Ibo Maza macht den Florian Wirtz, Patrik Schick im Rausch: Ein ungleiches Duo trägt die Werkself
Bayer Leverkusen - Ibo Maza macht den Florian Wirtz, Patrik Schick im Rausch: Ein ungleiches Duo trägt die Werkself
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Bayer Leverkusen setzte den Bundesliga-Auftakt bei Aufsteiger Elversberg gehörig in den Sand, seither hat sich die Werkself jedoch in beeindruckender Manier gefangen. Diesen Umstand haben die Rheinländer vor allem zwei Spielern zu verdanken: Ausnahmekönner Ibrahim Maza, der in der Farbenstadt Erinnerungen an einen Double-Helden weckt - und dem Dauerknipser und Neu-Rekordmann Patrik Schick.
Ibrahim Maza sieht sich an der Eckfahne mit gleich zwei Freiburger Gegenspielern konfrontiert, die Situation scheint ausweglos - zumindest für einen herkömmlichen Fußballer.
Doch Ibrahim Maza ist - wie sein Spitzname "Mazadona" vermuten lässt - kein herkömmlicher Fußballer, der gebürtige Berliner ist ein Spieler, der mit dem "gewissen Etwas" aufwartet. Dementsprechend begreift er seine vermeintlich vertrackte Lage an der Torauslinie als Chance. Als Chance auf einen besonderen Moment.
Zwei, drei Streicheleinheiten für die Kugel, ein Beinschuss, cleverer Körpereinsatz und die Übersicht für den eingelaufenen Patrik Schick, der die Vorarbeit nur noch veredeln muss - und das in seiner aktuellen Form freilich auch tut.
Viele Fans in der BayArena dürften beim Betrachten besagter Sequenzen einen Déjà-vu-Moment verspürt haben. Vor genau drei Jahren hatte sich an Ort und Stelle nämlich Ähnliches zugetragen. Seinerzeit hatte Florian Wirtz die gesamte Hintermannschaft der Breisgauer im Alleingang eingeschult und Leverkusen in Führung gebracht. Damals wie diesmal siegte die Werkself am Ende 2:1 gegen den SCF, Wirtz' Treffer wurde später zum Tor des Jahres gewählt.
Maza auf den Spuren von Florian Wirtz
Dafür wird es in Mazas Fall mutmaßlich nicht reichen, auf Wirtz' Spuren wandelt der 20-Jährige dieser Tage dennoch. Positionierung, Bewegungsablauf, Spielintelligenz, Kreativität - all das erinnert schon sehr an den gen Liverpool abgewanderten Double-Helden.
Maza zeigt sich seit Wochen in bestechender Form, nach acht Pflichtspielen stehen bereits sechs Scorerpunkte (drei Tore, drei Vorlagen) auf der Habenseite. Neben seinem Traum-Assist steuerte er im Duell mit Freiburg den zwischenzeitlichen Ausgleich bei (19.). Sein knapper, aber aussagekräftiger Kommentar im Nachgang am "DAZN"-Mikrofon: "Es hat Spaß gemacht!" Ibo Maza, der Spaßfußballer.
Der ehemalige Herthaner ist jedoch nicht der einzige Akteur, der aktuell ganz besonders unterm Bayer-Kreuz heraussticht. Der schon angesprochene Patrik Schick ist ebenfalls ein wichtiger Erfolgsgarant. Der Tscheche, im Gegensatz zu Maza eher pragmatischer Vollstrecker als Schöngeist, traf in jedem der sechs bis dato absolvierten Bundesliga-Spiele und stellte damit einen neuen Klubrekord auf.
Martínez über Schick: "Er hat mich überrascht"
Grundsätzlich können in der Geschichte der deutschen Beletage nur zwei Spieler auf eine längere Tor-Serie zum Start zurückblicken: Robert Lewandowski traf für den FC Bayern in der Saison 2019/20 an den ersten elf Spieltagen, Pierre-Emerick Aubameyang für Borussia Dortmund in der Spielzeit 2015/16 an den ersten acht.
"Ich habe gehört, dass ich einen neuen Rekord aufgestellt habe. Darüber bin ich natürlich sehr glücklich", gab Schick nach dem Sieg gegen Freiburg zu Protokoll. Viel glücklicher sei er jedoch über die drei Punkte. Trainer Carles Martínez schwärmte auf der obligatorischen Pressekonferenz von seinem Knipser: "Ehrlich gesagt, er hat mich heute überrascht. Ich habe vor dem Spiel gedacht, dass ihm dieses Tor vielleicht besonders wichtig ist."
Dennoch habe sich Schick vollumfänglich in den Dienst der Mannschaft gestellt und habe zu keinem Zeitpunkt des Spiels egoistisch gehandelt. Ganz im Gegenteil: Mazas 1:1 legte Schick aus aussichtsreicher Schussposition sehenswert mit der Hacke vor. Seine Kernkompetenz bleibt dennoch das Toreschießen.
Sechs Treffer in der Bundesliga, wettbewerbsübergreifend sind es schon derer neun in neun Partien. Zahlen, die Schicks Unverzichtbarkeit für Leverkusen untermauern.
Maza und Schick - das passt
Maza und Schick - ein ungleiches Duo, nicht bloß aus spielerischer Sicht, sondern auch in puncto Alter. Zehn Jahre trennen die beiden, während Schick bereits in Richtung Karriere-Frühherbst einbiegt, steht Maza noch ganz am Anfang. Vielleicht stimmt die Chemie auch gerade deshalb.
"Ich finde, Patrik und ich haben eine sehr gute Verbindung auf dem Platz", erklärte Maza. Er schob nach: "Je länger wir zusammen spielen, desto besser verstehen wir uns. Es läuft super mit ihm."
Im Hintergrund arbeiten die Bayer-Verantwortlichen längst daran, die gemeinsame Zeit der beiden auszudehnen. Beide eint, dass ihre Verträge bis zum Sommer 2030 gültig sind. In Mazas Fall soll das Arbeitspapier aber schon jetzt vorzeitig zu verbesserten Bezügen verlängert werden.
Weil sie in Leverkusen um die Begehrlichkeiten wissen, die Maza bei Europas Schwergewichten bereits geweckt hat. Wie einst ein gewisser Florian Wirtz.
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