ICE: ICE-Beamter soll Ex-Partnerinnen bedroht und misshandelt haben
Der für die Tötung von Johan Sebastián Durán Guerrero verantwortliche ICE-Beamte soll Frauen in seinem Umfeld über Jahre bedroht und misshandelt haben. Das berichteten mehrere Verwandte der Nachrichtenagentur AP. Eine seiner Ex-Frauen übermittelte der AP eine Sprachnachricht vom vergangenen Winter, in der er ihr sagte, er finde, jemand sollte ihr »die Kehle durchschneiden«. Wegen seiner Gewaltausbrüche ließ sich die Frau dem Bericht zufolge bereits im Jahr 2009 von dem Beamten scheiden. Einmal habe er ihr kochendes Wasser entgegengeschüttet, während sie ihr Kind im Arm gehalten habe, sagte sie der AP. Die Misshandlungen hätten nach der Trennung nicht aufgehört. Der Beamte – bei dem es sich laut Medienberichten um den 37-jährigen David B. handeln soll – hatte den 25-jährigen Guerrero am Montag in der Stadt Biddeford im Bundesstaat Maine erschossen. Das Heimatschutzministerium teilte mit, Guerrero habe versucht, sich mit seinem Fahrzeug vom Ort des Geschehens zu entfernen. Aus »Sorge um die öffentliche Sicherheit« habe der Beamte geschossen. Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro hingegen sprach von »Mord«. David B. war als Soldat in Afghanistan Auch B.s zweite Ex-Frau wirft ihm jahrelange körperliche und verbale Gewalt vor. Das belegen Hunderte Gerichtsunterlagen, die die AP beim Bezirksgericht in Augusta einsehen konnte. Diese richteten sich demnach gegen die gemeinsamen Töchter sowie gegen sie selbst. Der Beamte wies die Vorwürfe den Gerichtsunterlagen zufolge zurück. Unter anderem soll er die Tochter als Jugendliche zu Boden gerissen und ihr Nudeln in die Haare gedrückt haben. In einem Antrag auf ein Kontaktverbot schrieb die Ex-Frau im Jahr 2021, B. brauche wegen seiner posttraumatischen Belastungsstörung und Depressionen professionelle Hilfe. Ein Gericht gab dem Antrag statt, wie die AP berichtete. Die psychischen Probleme des Mannes stehen laut Verwandten auch mit seiner Zeit als US-Soldat in Afghanistan in Zusammenhang. Nach zahlreichen Jobwechseln soll B. laut AP Ende 2025 bei ICE angeheuert haben. Eine Sprecherin der Behörde teilte der Nachrichtenagentur mit, der Beamte verfüge über »langjährige Erfahrung« und habe die »vorgeschriebenen Schulungen« absolviert. »Übereilt 12.000 Beamte auf die Straßen geschickt« Die Vorwürfe gegen B. werfen erneut Fragen dazu auf, wie gründlich das Heimatschutzministerium Bewerberinnen und Bewerber überprüft. In den letzten Monaten hatte es Berichte darüber gegeben, dass eine solche Überprüfung kaum bis gar nicht stattfindet. Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, sagte, die Regierung habe »übereilt 12.000 Beamte auf die Straßen geschickt«, ohne sicherzustellen, dass sie für das Tragen von Dienstmarke und Waffe geeignet seien. Die Republikaner hätten einer außer Kontrolle geratenen Behörde enorme Macht verliehen, ohne sie zur Rechenschaft zu ziehen.