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„Ich weiß nicht, wie sie nach Hause kommen werden“: USA wollen Irans Präsidenten an Heimreise aus New York hindern

Welt

Am Dienstag war Irans Präsident Massud Peseschkian noch unbehelligt in New York mit einer Regierungsmaschine gelandet, um an der UN-Generalversammlung teilzunehmen. Ob und wann er mit seinem Airbus nach Teheran zurückkehren kann, ist allerdings unklar. „Ich weiß nicht, wie die iranischen Vertreter bei den Vereinten Nationen nach Hause kommen werden“, sagte US-Finanzminister Scott Bessent dem Sender Fox News.

Bessent will weltweit iranische Fluggesellschaften lähmen und droht mit US-Sanktionen gegen alle Länder, die Flugzeuge der Islamischen Republik landen lassen.

Stichtag für die neuen Zwangsmaßnahmen war der 23. September, also ein Tag nach Peseschkians Ankunft in New York. Indem er die Heimreise des iranischen Präsidenten aus New York infrage stellte, deutete Bessent an: Die US-Behörden könnten sich weigern, die Präsidentenmaschine aufzutanken und für den Rückflug starten zu lassen.

Als Standort des UN-Hauptquartiers müssen sich die USA auch gegenüber Repräsentanten verfeindeter Länder neutral verhalten, wenn sie zu Treffen der Weltorganisation anreisen. Im Fall des Iran setzt sich die Regierung in Washington darüber hinweg; vor Beginn der Generalversammlung verweigerten sie Peseschkians Presseteam die nötigen Visa. Auch Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas durfte nicht einreisen.

Kommt es zum Affront?

Einen ausländischen Staatschef nach einem Besuch bei den Vereinten Nationen an der Heimreise zu hindern, wäre ein noch nie dagewesener Affront. Peseschkian beabsichtigt laut dem katarischen Sender Al-Dschasira, an diesem Samstag nach Teheran zurückzukehren. Nach Bessents Ankündigung erscheint das zumindest fraglich.

Bis zu 90 Prozent aller iranischen Auslands-Flugverbindungen seien in den vergangenen Tagen storniert worden, sagte Bessent. Die Flugverbote gehören zu dessen Plan, die Islamische Republik vollständig wirtschaftlich zu isolieren, um ihn zur Öffnung der Straße von Hormus und anderen Zugeständnissen zu zwingen.

Bei der UN-Vollversammlung hatte US-Präsident Donald Trump Teheran aufgefordert, einen Deal zu schließen. Andernfalls drohe die Vernichtung.

Bisher stellt sich nur China öffentlich gegen die neuen US‑Sanktionen. Irans Nachbarn – von der Türkei bis zu den arabischen Staaten – beugen sich dagegen dem Druck aus Washington und haben die meisten Flugverbindungen mit der Islamischen Republik gekappt.

Durch den Boykott könnte sich die Wirtschaftskrise im Iran – wie von den USA erhofft – weiter verschärfen. Washington wolle offenbar erreichen, dass sich die Menschen gegen das Regime erheben, kommentiert Nahost-Experte Mohammad al-Shabani auf X.

Das Vorhaben könnte aber nach hinten losgehen: Wenn die Iraner den USA statt den Herrschern die Schuld für die Misere geben, schreibt der Chefredakteur des Nahost-Analyseportals Amwajmedia. Ohne ausländische Flugverbindungen ist laut Esfandyar Batmanghelidj von der britischen Denkfabrik Bourse&Bazaar etwa die medizinische Versorgung der Bevölkerung gefährdet.

Die Machthaber in Teheran drohen nun den Nachbarstaaten mit der Zerstörung ihrer Flughäfen, falls sie auf Druck der USA die Flüge aus dem Iran stoppen.

„Wir bitten alle Staaten der Region, nicht bei diesem amerikanischen Abenteuer mitzumachen“, sagte der Sekretär des iranischen Sicherheitsrates, Mohsen Rezaei, laut der Nachrichtenagentur Tasnim im Staatsfernsehen. „Wenn sie keine iranischen Maschinen fliegen lassen, werden ihre Flughäfen auch keine anderen Flüge mehr abwickeln können.“

Konflikt mit den Hardlinern

Sollte Peseschkian in New York stranden, dürfte das die Kritik iranischer Hardliner an ihm verschärfen. Sie hatten vor der Reise argumentiert, er solle zu Hause bleiben und seine UN-Rede per Video halten, statt zum Kriegsgegner USA zu fliegen und seine Delegation in New York mit US-Unterhändlern sprechen zu lassen.

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