DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,51 % 64.641,49 USD 19:46:24 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

„Ich will aktiv den Hass schüren“: ein Mecklenburger mit ungewöhnlicher Mission

Technologie

Der Mecklenburger Henry Peters hat seine Kindheitsfaszination zum Beruf gemacht. Als Gast der 1. Cardwave Convention in Rostock sprach der freischaffende Illustrator über das Staunen des Kindes, die Gründung des hiesigen Gamedesign-Studiengangs und seine glasklare Haltung zur Künstlichen Intelligenz. Vom Kinderzimmer zum Traumjob – trotz Grenzen in MV Schon als Elfjähriger malte Peters in der Nähe von Bad Doberan Star-Trek-Raumschiffe und baute am PC eigene Videospiel-Level. „Ich wollte das auch damals schon zum Beruf machen“, erklärt er. „Aber als dann die Zeit zur Ausbildung ran rückte, musste ich feststellen, dass es in MV solche Sachen eben einfach nicht gibt.“ Aber wegziehen aus Mecklenburg? Das kam für ihn nicht infrage. Erst Jahre nach seiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann und diversen Jobs konnte er als einer der Ersten des Studiengangs Game-Design in Schwerin studieren. Seit 2012 arbeitet er nun als freischaffender Illustrator für Science-Fiction- und Fantasy-Projekte, vom Buch-Cover bis zur Trading Card. Aus seiner Feder stammen etwa Fantasy-Illustrationen für „Magic: The Gathering“ und „Warhammer“. Game-Design-Studiengang mit ungewöhnlich viel Freiheit 2018 gründete er zusammen mit Freunden den Game-Design-Studiengang an der Design Akademie Rostock. „Wir haben freie Hand bei der inhaltlichen Ausgestaltung“, erklärt er. Denn für diese Art Studium gebe es noch kaum staatliche Vorgaben. Das sei von großem Vorteil, denn so könnten er und seine Kollegen „sehr viel praxisnäher arbeiten“. Denn in dieser so schnelllebigen Branche sei Flexibilität ein hohes Gut, das durch starre Strukturen und zu genaue Rahmenpläne nie erreicht werden könne. Peters kritisiert KI-Hype trotz Tech-Affinität Besonders deutlich wird Peters beim Thema Künstliche Intelligenz. Da wolle er sogar „aktiv den Hass schüren“. Nicht weil er Technik ablehnt – ganz im Gegenteil, er sei „von Berufs wegen sehr technikaffin“. Aber KI werde viel zu oft als „Wundertüte der Möglichkeiten“ missverstanden. Im eigenen Arbeitsalltag verzichtet Peters vollständig auf KI-Modelle, selbst für organisatorische Prozesse. „Wir müssen bei dieser Technologie unbedingt skeptisch bleiben“, meint er. „Was die KI weiß und tut, beruht auch auf Diebstahl“, erklärt er. Die Trainingsdaten stammen aus dem Netz und umfassten natürlich auch urheberrechtlich geschützte Werke. Zwischen KI-Boom und „Digitalverdruss“ „KI ist auf vielen Ebenen moralisch falsch.“ Etwa wegen Umweltfaktoren der Rechenzentren. KI sei zudem darauf trainiert, den bestmöglichen Durchschnitt zu wählen“, so Peters. „Alles sieht am Ende gleich aus.“ Positiv bewertet er nur einen Nebeneffekt des aktuellen KI-Booms: „Die Nachfrage nach menschengemachten, analogen Produkten, gerade in der Kunst, steigt wieder.“ Er stelle unter seinen Studenten einen zunehmenden „Digitalverdruss“ fest. Digitale Werkzeuge und große Zeichen-Tablets seien natürlich selbstverständlich – solange das kreative Denken nicht auf der Strecke bleibt. „Wenn ich nur einen Knopf drücke und Dinge erzeuge, die Werke von anderen imitieren, habe ich nichts erschaffen.“ Staunen als Beruf: Unbekanntes formt sich in Gedanken In seinem Beruf geht es Peters um das kindliche Staunen. Das „soll und muss auch im Erwachsenenalter möglich sein“. Seine Definition von Fantasie? Der Blick in die Wolken und das Entdecken von Formen. Es geht um das Unbekannte, die Magie. „Man weiß nicht, was es ist, aber es ist da“ und in den eigenen Gedanken nimmt es dann Formen an, die nie zuvor da waren.

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