Idaho: Studentenmord - Verurteilter will Geständnis zurückziehen
Der wegen des Mordes an vier Studenten im US-Bundesstaat Idaho zu lebenslanger Haft verurteilte Bryan Kohberger möchte sein Schuldeingeständnis zurückziehen. Sein Geständnis habe auf »falschen Versprechen und eklatanten Falschinformationen« beruht, erklärte er in einer Stellungnahme an die »New York Times« aus dem Gefängnis. Deshalb habe er einen Antrag zur Wiedereröffnung des Verfahrens eingereicht. Der Fall hatte im November 2022 die USA schockiert. Die Studierenden – drei Frauen und ein Mann – waren 20 und 21 Jahre alt, als sie in ihrem Wohnhaus erstochen wurden. Der zu vierfacher lebenslanger Haft verurteilte Mann, ein früherer Kriminologie-Doktorand, hatte sich schuldig bekannt. Deshalb hatte es keinen ausführlichen Prozess gegeben. Die Staatsanwaltschaft hatte vor Gericht Beweise vorgelegt, darunter eine am Tatort gefundene Messerscheide mit der DNA des Verdächtigen. Außerdem soll sein Handy in den Monaten vor der Tat mehr als 20-mal, meist nachts, in einer Funkzelle nahe dem Tatort eingeloggt gewesen sein. Als Ermittler die Wohnung und das Büro des damals noch Tatverdächtigen durchsuchten, seien diese allerdings bereits gründlich gereinigt gewesen, hieß es weiter. Auch Kohbergers Auto sei nahezu komplett zerlegt gewesen. Deal mit der Staatsanwaltschaft, um keine Todesstrafe zu riskieren Das Geständnis sorgte damals bei einzelnen Opferfamilien jedoch für Verstimmung. Kohberger ging einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ein, der ihn wohl vor der Todesstrafe bewahrte. Der Vater eines Opfers forderte hingegen öffentlich die Todesstrafe. Die Behörden hätten versagt, sagte er nach Bekanntwerden des Deals . Der Verurteilte sagte nun der »New York Times« zufolge, er sei nicht besorgt darüber, dass ihm bei einer Verurteilung in einem neuen Verfahren die Todesstrafe drohen könnte. Er wollte sich in dem Interview der Zeitung nicht zu den von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Beweisen äußern. Sechs Tacos, sechs glasierte Donuts und eine Cola Cherry: Julie Green bemalte 1000 Teller mit den Henkersmahlzeiten, die sich US-Häftlinge vor ihrer Hinrichtung gewünscht hatten. Ob die Kunst gegen den Tod hilft, lesen Sie hier.