IFA 2026: China-Hersteller greifen mit Robotern, KI & E-Autos an
Zimmer aufräumen, den Hund bespaßen oder Wäsche schrankfertig zusammenfalten - Roboter in Menschengestalt als Haushaltshelfer faszinieren immer mehr Menschen. Nach einer aktuellen repräsentativen Befragung des Branchenverbandes Bitkom könnte sich fast jeder zweite Deutsche einen KI-gesteuerten mechanischen Mitbewohner im eigenen Zuhause vorstellen.
"Robotik ist ein echtes Wachstums-Segment", sagt Carine Chardon, Geschäftsführerin bei gfu Consumer & Electronics, dem IFA-Veranstalter.
"Das ist jetzt noch eine Frage der Entwicklung, der Skalierung und der Preise, damit sie angenommen werden", so Chardon.
Erstmals werden nun gleich mehrere humanoide Roboter-Modelle auf der IFA in Berlin zu sehen sein. Auch wenn sie bisher mindestens fünfstellig kosten und von echten Alltagshelfern noch etwas entfernt sind.
So soll der Roboter "CLOiD" des koreanischen Herstellers LG Wäsche falten und Hausgeräte bedienen können. Doch die Maschine hat keine Beine: auf einem Rollen-Sockel bewegt sie sich voran. Dafür soll dieser "semi-humanoide" Roboter nach Herstellerangaben als mobile KI-Steuerzentrale für vernetzte Hausgeräte dienen können. Vorausgesetzt, Backofen oder Waschmaschine sind auch Produkte desselben Herstellers.
Ausgereifte Haushaltsroboter
Weit ausgereifter sind da die neuen Haushaltsroboter: Autonome spezialisierte Geräte mit klaren Aufgaben wie Staubsaugen, Fensterputzen oder Rasenmähen, die diese meist schon einwandfrei beherrschen.
Neuere Saug-Roboter-Modelle können auch Treppensteigen: entweder Huckepack in einer separaten Transport-Raupe, mittels ausfahrbarer Stützen oder - wie diesmal auf der IFA zu sehen - selbst balancierend auf einem Paar Rad-Beinchen, die zum Erklimmen der Stufen rotieren können.
Fast jeder zweite Aussteller aus China
Weit vorne in diesem Wachstums-Segment: Hersteller aus China, die auf der IFA einen immer größeren Anteil aller Aussteller ausmachen. Waren es im letzten Jahr noch rund 700, listet das IFA-Ausstellerverzeichnis diesmal schon 931 auf. Bei insgesamt rund 1.900 Ausstellern stellen sie damit fast die Hälfte.
Sie kommen nicht nur zahlreicher zur Elektronikmesse - sie sind oftmals auch innovativer als die bisherigen Platzhirsche aus Japan oder Korea. Galten chinesische Hersteller lange Zeit als billige Nachahmer, geben sie heute etwa in der Robotik oder bei E-Mobilität den Takt an.
"Interessant ist die Strategie der Chinesen," sagt Ulrike Kuhlmann, Redakteurin beim Computermagazin c’t. "Sie liefern längst ordentliche Qualität zum akzeptablen Preis. Das muss kein High-End sein - stattdessen haben sie den gehobenen Massenmarkt im Blick, den andere Unternehmen oftmals aufgegeben haben."
Samsung bleibt weg, Xiaomi rückt nach
So sind sie auch wirtschaftlich auf dem Sprung an die Spitze. Nachdem sich Sony vor einigen Jahren schon vom Publikumsauftritt auf der IFA zurückzog, spart sich mit Samsung jetzt ein weiterer Big Player die teure Messehalle. Während der koreanische Elektronikgigant stattdessen auf eine kleine Fachpublikums-Schau in Berlin-Mitte setzt, rückt auf dem Messegelände ein chinesischer Konkurrent nach.
Im Jahr 2025 produzierte China 12.800 Humanoide, was etwa 90 Prozent der weltweiten Gesamtproduktion entsprach; diese wurden hauptsächlich in Ausbildungszentren, Forschungslaboren, in der Logistik und in der Fertigung eingesetzt. Dies war ein deutlicher Anstieg gegenüber 2024, wurde jedoch von der jährlichen Produktion von Industrierobotern (556.000 Einheiten) in den Schatten gestellt.
Quelle: "The Robot Report 2026"
Erstmals auf der IFA begnügt sich Neuling Xiaomi dabei aber nicht mit einem Stand. Der Herausforderer füllt gleich eine eigene Halle, hat neben Smartphones ein ganzes Portfolio an vernetzten Hausgeräten, Smart-Home-Technik, Wearables und Fernseher mit dabei und zeigt in Berlin jetzt auch seine neuesten E-Auto-Modelle.
"Chirurgen arbeiten am Limit"
:Wie Robotik die Arbeit im OP erleichtern soll
Viele Chirurgen haben Schmerzen, nachdem sie stundenlang im OP operiert haben. Ein robotisches Assistenzsystem soll Ärzten helfen. Auch die Nato hat sich das schon angeschaut.
von Julia Disselmeyer
mit Video43:30
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