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Ifo-Prognose: Institut hebt Wachstum für Deutschland deutlich an

Wirtschaft

"Lichtblick"

Ifo-Institut erhöht Prognose für deutsche Wirtschaft deutlich

Von dpa

03.09.2026 - 12:27 UhrLesedauer: 2 Min.

Nach Jahren der Krise zeichnet sich für die deutsche Wirtschaft eine überraschende Wende ab. Das Ifo-Institut korrigiert seine Konjunkturprognose deutlich nach oben und zeigt sich optimistisch.

Das Ifo-Institut hat seine Konjunkturprognose für die deutsche Wirtschaft überraschend stark erhöht. Die Ökonomen erwarten nun dieses Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,4 Prozent – 0,6 Prozentpunkte mehr als bisher. "Lichtblicke zeigen sich insbesondere in der krisengeplagten Industrie", heißt es in dem Papier. Auch im nächsten Jahr könnte sich die deutsche Wirtschaft demnach mit einem BIP-Wachstum von 1,2 Prozent – 0,4 Prozentpunkte mehr als in der Sommerprognose – besser entwickeln als bislang erwartet.

Damit reihen sich die Einschätzungen der Münchner Wirtschaftsforscher in die optimistischeren Vorhersagen anderer Experten ein. So hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erst am Vortag seine Prognose von 0,5 Prozent im Juni auf 1,2 Prozent mehr als verdoppelt.

Mehr Investitionen, stärkere Nachfrage aus dem Ausland

Zu der positiven Entwicklung tragen nach Einschätzung des Ifo-Instituts sowohl das schuldenfinanzierte Investitionspaket der Bundesregierung als auch eine gestiegene Nachfrage aus dem Ausland bei. Beide Faktoren in Kombination haben laut der neuen Prognose "konjunkturell die Oberhand gewonnen und so stärkere Bremsspuren durch den Energiepreisschock verhindert". Die in den vergangenen Jahren sowohl unter US-Zollerhöhungen als auch erstarkter chinesischer Konkurrenz leidende Industrie könnte ihre Wirtschaftsleistung in diesem Jahr demnach sogar um 1,8 Prozent steigern.

Die Konjunktur entwickelt sich demnach ungeachtet der "Störfeuer" der vergangenen Wochen robust. Zu den Störungen zählen die Wissenschaftler neben dem Iran-Krieg auch das Niedrigwasser in den Flüssen. Einen Rückgang der Arbeitslosigkeit erwarten die Münchner Ökonomen in diesem Jahr jedoch nicht.

Doch wächst keineswegs nur die Wirtschaft: Auch die Staatsverschuldung steigt rasant. Das staatliche Finanzierungsdefizit könnte demnach von 3 Prozent des BIP im vergangenen Jahr bis 2028 auf 4,6 Prozent anschwellen. Ebenfalls wird die Inflationsrate nach Prognose des Instituts steigen: Für dieses Jahr erwarten die Wissenschaftler eine Teuerungsrate von 2,8 Prozent, 2027 dann sogar 3 Prozent – beides deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB).

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