„Ihr werdet es nie erleben“: Blessin spricht bei Gladbach-Vorstellung über St. Pauli
Er ist wieder da. Nach der Freistellung beim FC St. Pauli und einer dreimonatigen Pause wurde Alexander Blessin am Mittwochmittag bei Borussia Mönchengladbach als neuer Trainer vorgestellt. Gewohnt geduldig, umfangreich und unterhaltsam präsentierte er sich bei der Pressekonferenz, in der er sich auch an seine Zeit in Hamburg erinnerte.
So wurde der 53-Jährige gefragt, wie er die Trennung nach dem Abstieg rückblickend erlebt habe. „Ihr werdet es nie erleben, dass ich irgendwie schlecht über was Vergangenes rede“, begann Blessin seine Ausführung. „Es war eine schöne Zeit. Das erste Jahr war super erfolgreich, das zweite nicht ganz so toll. Wir hatten Höhen und Tiefen, zwei positive Phasen, zwei negative Phasen, und die waren letztlich zu lang und haben dazu geführt, dass wir abgestiegen sind.“
Alexander Blessin: „St. Pauli ist ein toller Klub“
Aber aus jeder Facette, aus jedem Moment auf St. Pauli ziehe er viel Positives. „Und es hat mich ja auch als Trainer wieder weiterentwickelt. Da lernt man nie aus, ich habe ja auch die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. St. Pauli ist ein toller Klub, aber ich freue mich trotzdem auf die neue Herausforderung.“ Die beginnt für Blessin mit zwei Testspielen gegen Kontrahenten, die so wirken, als hätte er sie persönlich ausgesucht.
Zunächst geht es am Donnerstag gegen die Sportfreunde Siegen, wo er als Spieler noch aktiv gewesen ist. „Ein turbulente Zeit“, erinnerte er sich. Seine Töchter wüssten auch noch, wie das sogenannte Siegerland-Lied geht. Und gleichwohl er nur eine einzige Einheit geleitet hat zuvor, wird er bei der Partie auf der Bank Platz nehmen.
Blessin erinnerte sich an St. Paulis Derbysieg beim HSV
Das gilt natürlich auch für die zweite Begegnung, die am 3. Oktober stattfinden wird. Am Millerntor, auf St. Pauli, gegen seinen Ex-Klub, bei dem er bis zum Dienstag unter Vertrag stand und mit dem er bekanntlich vor gut einem Jahr beim HSV 2:0 gewonnen hatte. Das war am Mittwoch auch deswegen relevant, weil Blessins erstes Bundesligaspiel mit der Borussia ausgerechnet das brisante Derby beim 1. FC Köln sein wird.
„Es war schon Ausnahmezustand in Hamburg“, sagte er rückblickend. „In den zwei Wochen davor wurde über nichts anderes als dieses Derby geredet. Wenn man das gewinnt, auch noch so klar, ist das ein tolles Gefühl.“ Man sei insgesamt auch nicht so schlecht gestartet, sieben Punkte waren es aus den ersten drei Partien. „Aber für einen Sieg gibt es immer nur drei Punkte am Ende“, Derby hin, Derby her. „Es kann aber schon eine Initialzündung sein.“