Ikkimel irritiert Publikum beim ZDF
Verwirrt dreinschauende Kinder, kopfschüttelnde Erwachsene, starre Blicke in die Leere des Raumes, dazu ein einsames Schmunzeln: Dass die Musik von Ikkimel und das »Morgenmagazin« vom ZDF unterschiedliche Fans haben, dürfte nur wenige überraschen.
Nach Ikkimels Auftritt im »Moma« am Montagmorgen muss festgehalten werden: Auch auf den zweiten Blick haben diese Welten nicht zusammengepasst. Zumindest wirkten zahlreiche Studiogäste irritiert, als die Musikerin ihren Song »Fußballmänner« präsentierte.
Mit Texten über Drogen und Sex ist Ikkimel zum feministischen Superstar avanciert. Aber nicht generationenübergreifend, so viel bleibt nach diesem Auftritt festzuhalten.
Ihr neues Album sei »fotzig, feminin und geil«, sagt Ikkimel bei der Releaseparty, die letztlich wohl zahmer war, als man vermuten könnte – die Songs auf ihrem neuen Album heißen »Wanderhure«, »Facesitting« und »Kink«. In einem ihrer größten Hits singt sie: »Keta und Krawall, meine Nase ist wund; Titten sind prall und mein Arsch ist rund.«
Ikkimel, mit bürgerlichem Namen Melina Gaby Strauß, ist 29 Jahre alt und in Berlin geboren. Bekannt wurde sie durch Songs wie »Keta und Krawall«, mit denen sie sich vor allem über Social Media eine große Fanbase aufgebaut hat. Allein auf Spotify hat Ikkimel mehr als zwei Millionen monatliche Hörer.
Die beiden Moderatoren des »Morgenmagazins«, Andreas Wunn und Philip Wortmann, hatten die Musikerin schon mit einer gewissen Einordnung anmoderiert. Die einen würden Ikkimel als Feministin feiern, erklärte Wortmann. Andere würden ihr aber auch »teilweise vulgären Männerhass« unterstellen.
Nach der Performance wandte sich sein Kollege Wunn zudem direkt an die männliche Zuschauerschaft: »Liebe Fußballmänner, nicht beleidigt sein. Das ist Provokation und Kunst und trifft gerade so richtig einen Nerv bei der Gen Z.«