Im Juni hat er noch den Krieg gegen Iran mitgesteuert, jetzt heuert der Ex-Mossad-Chef bei einem Rüstungskonzern an
David Barnea wird globaler Präsident des US-israelischen Rüstungskonzerns Ondas Defense. Der 61-Jährige leitete den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad bis Juni dieses Jahres. Die Karenzzeit fällt also extrem kurz aus. Barnea wurde 1965 in der Küstenstadt Aschkelon geboren. Sein Vater war als Kind vor den Nationalsozialisten aus Deutschland geflohen. Barnea selbst hat eine Militärinternatsschule besucht, in der Eliteeinheit Sajeret Matkal gedient, anschließend in den USA studiert und im Finanzsektor gearbeitet, ehe er 1996 zum Mossad kam. Das Versagen der israelischen Sicherheitskräfte an jenem Tag ging zunächst spurlos an dem Dienst vorüber, da die palästinensischen Gebiete traditionell nicht in sein Einsatzgebiet fallen. In der Folge traten die damaligen Leiter des Schin Bet und des Militärgeheimdienstes Aman zurück, nachdem sie Verantwortung für das Fiasko übernommen hatten. Barnea hingegen hatte den Befehl von Premier Benjamin Netanyahu, in die Offensive zu gehen – gegen Iran, aber auch gegen dessen strategischen Juniorpartner, die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah und die Huthis im Jemen. Laut Mitteilung soll Barnea bei »Ondas« die Expansion des Unternehmens weltweit vorantreiben, ebenso wie die strategisch-technologische Entwicklung. Die Firma stellt unter anderem KI-gestützte Drohnens- sowie Abwehr- und Verteidigungssysteme her. Israels Auslandsgeheimdienst Mossad gilt als einer der mächtigsten der Welt. Premierminister Netanyahu spannt ihn immer mehr für seine politischen Ziele ein – mit fatalen Folgen weit über die Region hinaus. Hören Sie hier den Podcast zum SPIEGEL-Titel.