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„Im Raum 58a gemütlich gemacht“: Swingerparty im Mannheimer Rathaus soll bereits stattgefunden haben - Stadt droht mit Sanktionen

Nation

Gruppensex im Rathaus? Die vom Mannheimer Stadtrat Julien Ferrat seit Wochen angekündigte Swingerparty hat nach seinen Angaben nun stattgefunden. Aus einem geplanten „kommunalpolitischen Stammtisch“ im Rathaus sei am Freitag eine „politische Swingerparty“ geworden, teilte Ferrat (Die Mannheimer) mit. Der Stadtrat lag mit der Mannheimer Stadtverwaltung in den vergangenen Wochen im Clinch wegen seiner Pläne.

„Das war einfach die pragmatischste Lösung“, sagte der 35-Jährige nun laut einer Mitteilung. „Der Raumantrag war bereits genehmigt, die Raumgröße hat gepasst und die meisten ernsthaft Interessierten hatten an dem Tag Zeit.“

Der Stadtrat kritisierte, dass er die Swingerparty nicht mit einem großen Artikel im Amtsblatt bewerben durfte. „Aber diesbezüglich schien mir die Stadtverwaltung nicht sonderlich kooperativ zu sein. Da wären dann wahrscheinlich auch mehr Leute gekommen“, schrieb Ferrat. Zu der Veranstaltung am Freitag seien sieben Männer und zwei Frauen gekommen. Die Teilnehmenden seien zwischen 28 und 55 Jahre alt gewesen. „Es war eine kleine, aber feine Swingerparty.“

Durch vorab durchgeführte Treffen sei zwischen den Teilnehmenden „ein großes Maß an Vertrautheit entstanden“, heißt es in der Mitteilung. „Es war die schönste Veranstaltung im Rathaus, an der ich jemals teilgenommen habe“, schreibt der Stadtrat. Besonders gefreut habe ihn, „dass der Bezirksbeirat, der letztes Jahr mit uns nach Cap d’Agde gefahren ist, wieder dabei war. Wir waren also zwei Mannheimer Politiker bei der Swingerparty im Rathaus“.

„Mit einer schwarzen Decke und einer Luftmatratze untendrunter haben wir es uns im Raum 58a gemütlich gemacht“, schrieb Ferrat in der Mitteilung weiter. Der Raum sei für insgesamt drei Stunden gemietet. „Die eigentliche Sex-Orgie ging ca. 60 Minuten.“

Stadtrat wollte für Swingertreffen im Amtsblatt werben

Die Stadt bestätigte, dass Ferrat zu Beginn des Jahres Räume im Rathaus für einen „kommunalpolitischen Stammtisch beziehungsweise Bürgersprechstunden“ reserviert hatte. „Die Stadtverwaltung hat Herrn Stadtrat Ferrat ausdrücklich schriftlich darüber informiert, dass der für seine Tätigkeit reservierte Raum nicht für Nacktveranstaltungen, Swinger-Partys und ähnlichem genutzt werden darf“, hieß es.

„Die Vorkehrungen der Stadt hat Herr Ferrat demnach unterlaufen und den zur Verfügung gestellten Raum anscheinend zweckentfremdet“, teilte die Stadt weiter mit. „Damit liegt eine gröbliche Verletzung der gemeinderätlichen Treuepflicht durch Herrn Stadtrat Ferrat nahe.“ Der Gemeinderat müsste entscheiden, ob ihm ein Ordnungsgeld oder Sanktionen auferlegt werden.

Ferrat hatte Anfang August seine Pläne für eine Swingerparty im Rathaus in den Medien verkündet. Er hatte damals auch einen Aufruf für das Swingertreffen im Rathaus im Amtsblatt veröffentlichen wollen. Letzteres hatte die Stadt abgeschmettert. Mit dem Aufruf könnten für die Leser eventuell irreführende Informationen verbreitet werden, hatte es geheißen. Die Stadt ging zudem davon aus, dass die angekündigte Swingerparty im Rathaus so nicht stattfinden könne.

Schon im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat für Aufsehen gesorgt, als er eine Anzeige im Amtsblatt veröffentlicht und dabei zu einer „Politischen Bildungsfahrt nach Cap d’Agde“ in Frankreich aufgerufen hatte. Zu Cap d’Agde an der französischen Mittelmeerküste gehört die FKK-Anlage Village Naturiste. Dort hatte Ferrat dann mit seiner Reisegruppe von knapp 30 Teilnehmern im August 2025 einige Tage verbracht.

„Wenn jemand die Veranstaltung kritisiert, dann nur, weil er oder sie im Nachhinein bereut, nicht dabei gewesen zu sein“, schreibt Ferrat in seiner Mitteilung. (Tsp/dpa)

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