DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,21 % 64.443,67 USD 07:23:55 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Immobilien: Das bedeutet der EZB-Zinsentscheid für die Bauzinsen

Wirtschaft

Auch wenn die Europäische Zentralbank die Leitzinsen nicht angehoben hat, gibt es keine Entwarnung für Immobilienkäufer. Die Eskalation im Nahen Osten lässt die Bauzinsen wieder steigen. Neubaugebiet: Der Immobilienkauf wird schwieriger. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa Düsseldorf. Nach der erneuten Eskalation im Nahen Osten haben die Konditionen für Baufinanzierungen spürbar angezogen. Trotz der Zinspause der Europäischen Zentralbank am Donnerstag liegt der Zinssatz für eine Standard-Baufinanzierung mit zehn Jahren Zinsbindung laut der FMH-Finanzberatung mit 4,05 Prozent wieder deutlich über der Vierprozentmarke. Vor zwei Wochen stand im Schnitt noch eine Drei vor dem Komma. Finanzierungsexperten erwarten zeitnah keine spürbare Entlastung für Kaufinteressierte. „Wir haben zuletzt gesehen, wie sensibel die Bauzinsen auf geopolitische Spannungen im Nahen Osten reagiert haben“, sagt Jörg Utecht, Chef des Baufinanzierungsvermittlers Interhyp. Er beobachte derzeit eine Seitwärtsbewegung auf dem aktuellen Niveau, die in den kommenden Wochen anhalten dürfte. Die Zinspause bringe dem Immobilienmarkt zunächst Stabilität, liefere aber kein verlässliches Signal für kurzfristig sinkende Bauzinsen, sagt auch Dennis Sahlmen, Geschäftsführer der SLS Immobilienpartner GmbH. „Immobilieneigentümer sollten ihre Verkaufsentscheidung deshalb nicht in der Hoffnung aufschieben, dass Zinsen sinken und Preise 2027 automatisch steigen.“ Utecht empfiehlt Käufern, insbesondere aufgrund der volatilen geopolitischen Lage, den eigentlichen Treiber der Bauzinsen in den Blick zu nehmen: „Kaufinteressenten sollten weniger auf die EZB als vielmehr auf die zehnjährigen Bundesanleihen und Swap-Sätze achten. An deren Entwicklung lässt sich auch die Entwicklung der Bauzinsen frühzeitig ablesen“, sagt der Experte. Die Bauzinsen werden nicht direkt von der Höhe der EZB-Zinsen beeinflusst, sondern von der Entwicklung der Renditen der Bundesanleihen. Diese spiegeln das allgemeine Zinsniveau am Kapitalmarkt wider. Der Staat muss – bei steigenden Renditen – Käufern neu begebener Anleihen daher entsprechend höhere Festzinsen zugestehen, um sich am Anleihemarkt Geld zu verschaffen. Sorgen über die langfristige Tragfähigkeit der Staatsfinanzen aufgrund der weltwirtschaftlichen Unsicherheit haben die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihe, die als Richtwert für die Euro-Zone gilt, in den vergangenen Monaten über drei Prozent getrieben, den höchsten Stand seit 15 Jahren. Geldanlage Anleiherenditen auf 15‑Jahres-Hoch – Chance oder Risiko? Francesco Fedele, Chef des Immobiliendienstleisters BF direkt, warnt Immobilienkäufer und -eigentümer vor zu großen Hoffnungen auf eine Entspannung der weltpolitischen Lage: „Selbst wenn die Kriege in der Ukraine und dem Iran beendet sind, wird die alte Weltordnung nicht wiederkommen.“ Bei Bestandsfinanzierungen empfehle er eine langfristige Zinsfestschreibung. „Mit der Ansprache der Finanzierungspartner kann man derzeit nicht früh genug anfangen“, sagt er. Da die Banken sehr genau prüften, ist auch eine sorgfältige und vollständige Aufbereitung der Unterlagen wichtiger denn je. „Wer Risikoaufschläge vermeiden will, muss selbst maximale Transparenz liefern“, lautet sein Tipp. Schwierige Ausgangslage für Käufer Dass der Baufinanzierungsmarkt unter diesem Zinsniveau leidet, zeigen auch aktuelle Zahlen von Barkow Consulting. Das Neugeschäft bei Wohnungsbaukrediten fiel im Mai auf 17,2 Milliarden Euro und damit auf den niedrigsten Stand seit Ende 2024. „Neben einem saisonal schwächeren Mai belasten vor allem die Kombination aus hohen Bauzinsen, weiter steigenden Immobilienpreisen und der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit den Markt“, sagt Oliver Kohnen, Geschäftsführer des Baufinanzierungsvermittlers Baufi24. Für Kaufinteressenten sei das zunächst keine einfache Ausgangslage – langfristig jedoch dürfte Wohneigentum seiner Einschätzung nach kaum günstiger werden. „Immobilienpreise zeigen bereits wieder moderat nach oben, während dauerhaft deutlich niedrigere Bauzinsen derzeit nicht in Sicht sind.“ » Lesen Sie auch: Die Energiekrise ist zurück – bei den Notenbankern wächst die Nervosität Gerade die schwache Stimmung am Markt eröffne aber auch Chancen, betont er. Nicht jeder Verkäufer könne oder wolle auf bessere Zeiten warten. „Einzelne Eigentümer und Projektentwickler stehen weiterhin unter Verkaufsdruck und sind entsprechend verhandlungsbereiter als noch vor wenigen Jahren“, sagt er. Wer finanziell solide aufgestellt sei und antizyklisch handele, könne deshalb gerade jetzt attraktive Kaufgelegenheiten finden, die dann auch genutzt werden sollten. Verwandte Themen EZBBaufinanzierung Utecht von Interhyp betont die Rolle von Eigenkapital. „In einem Umfeld von knapp vier Prozent Zinsen ist das Eigenkapital ein sehr wichtiger Faktor. Bereits kleine Erhöhungen der Eigenkapitalquote können den Beleihungsauslauf so verbessern, dass Banken günstigere Konditionen gewähren.“ Käufer sollten alle verfügbaren Mittel prüfen, um die Zinslast langfristig zu senken. Mehr: Preise, Rendite, Perspektive – Wo sich der Hauskauf jetzt wieder lohnt Erstpublikation: 24.07.2026, 08:29 Uhr. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt

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