Immobilien: Das sagt der Vonovia-Chef zu den Enteignungsplänen der Linken
Düsseldorf. Vonovia-Chef Luka Mucic sieht nach dem Wahlsieg der Linken bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus keine Mehrheit für deren Enteignungspläne. „Die absolute Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner spricht sich laut einer aktuellen Nachwahlumfrage gegen die Enteignung großer privater Wohnungsunternehmen aus“, sagte Mucic dem Handelsblatt. Gefragt seien mehr Neubau, verlässliche Rahmenbedingungen und Zusammenarbeit. „Vergesellschaftung schafft keine einzige neue Wohnung.“
Die Linke hatte sich im Wahlkampf für die Enteignung großer Immobilienunternehmen ausgesprochen. Die Partei, deren Spitzenkandidatin Elif Eralp nun Regierende Bürgermeisterin werden könnte, beruft sich dabei auf den Volksentscheid vom September 2021. Damals stimmten 58 Prozent der Berliner dafür, einen Gesetzentwurf zur Enteignung großer Immobilienunternehmen auszuarbeiten. Ein solcher Entwurf liegt bislang jedoch nicht vor.
In der Nachwahlumfrage von Infratest dimap sprach sich am Sonntag eine Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner dagegen aus, private Wohnungsunternehmen zu enteignen und sie dafür zu entschädigen. 51 Prozent lehnten dies ab, 37 Prozent befürworteten es.
Kurz vor der Wahl hatte Mucic sein Unternehmen mit Blick auf die Wohnungsnot in der Hauptstadt als „Teil der Lösung“ bezeichnet. So habe Vonovia den Neubau hochgefahren. „Wir haben in Berlin aktuell circa 1.000 neue Wohneinheiten im Bau, 6.000 haben wir seit 2013 gebaut. Das ist natürlich ein Tropfen auf den heißen Stein, aber es ist trotzdem ein Beitrag, den wir an der Stelle leisten“, sagte der 55-Jährige.