Immobilien im Landkreis Augsburg: Wo sind Häuser und Wohnungen am günstigsten?
Kaufen oder Mieten? Für viele Menschen im Augsburger Land ist das eine entscheidende Frage. Bei den Preisen gibt es hier seit einigen Jahren zwei ganz verschiedene Entwicklungen. Einen Einblick geben die Zahlen des Portals „ImmobilienScout24“. Bei Online-Marktplätzen für Immobilien ist es in Deutschland Marktführer. Die Durchschnittspreise, die das Portal veröffentlicht, zeigen auch: Im teuersten Ort im Landkreis Augsburg zahlt man für ein Haus fast doppelt so viel wie im günstigsten. Zunächst zu den Unterschieden zwischen Mieten und Kaufen: Während die Mietpreise Jahr für Jahr steigen, stagnieren die Kaufpreise für Immobilien im Augsburger Land seit rund drei Jahren. Sie liegen laut Immoscout im Schnitt immer noch niedriger als 2022. Allerdings stiegen sie in den Jahren zuvor deutlich steiler an als die Mieten. Immobilienpreise im Landkreis Augsburg: Im Speckgürtel teuer, in den Stauden günstig Aber wo ist der Kauf im Augsburger Land besonders teuer – und wo günstig? Hier gibt es eine klare Tendenz. Während ein Haus im Landkreis-Schnitt 4100 Euro pro Quadratmeter kostet, sind es im Speckgürtel, also in den Städten, die an Augsburg grenzen, oft hunderte, teilweise sogar über tausend Euro mehr. Spitzenreiter ist Stadtbergen. Hier kostet ein Quadratmeter Haus im Schnitt 5300 Euro. Damit zahlen Immobilienkäufer hier sogar deutlich mehr als in der Stadt Augsburg, wo der Durchschnittspreis bei 4900 Euro liegt. Ähnlich viel kosten Häuser in Königsbrunn, der größten Stadt des Landkreises. Dort liegt der Quadratmeterpreis bei 4750 Euro. In Gersthofen, der zweitgrößten Stadt des Augsburger Landes, liegt er bei 4600 Euro, in Neusäß bei fast 5100. Eigentumswohnungen kosten in den meisten Orten im Vergleich zu Häusern einige hundert Euro weniger pro Quadratmeter. Deutlich günstiger wird es weiter draußen. Verhältnismäßig weit weg von der Großstadt ist Walkertshofen. Das ist die einzige Gemeinde im Landkreis Augsburg, in der ein Haus laut Immoscout-Daten im Schnitt weniger als 3000 Euro pro Quadratmeter kostet. Generell sind Häuser in den Stauden deutlich günstiger als in den meisten anderen Orten. In einem ähnlichen Bereich liegen die Preise nur ganz im Norden des Landkreises, etwa in Ehingen oder Allmannshofen. Besonders deutlich wird der Unterschied, wenn man sich den Gesamtpreis ansieht: In Stadtbergen wird aktuell etwa ein Haus mit 162 Quadratmetern Wohnfläche für 760.000 Euro inseriert. In Walkertshofen steht eines mit 142 Quadratmetern für 439.000 Euro zum Verkauf. Der Ort spielt beim Immobilienpreis eine Rolle – dazu kommen aber weitere Faktoren Wichtig ist zu beachten, dass es starke Abweichungen von den Durchschnittspreisen aus in beide Richtungen gibt. In Schwabmünchen kostet ein Haus laut Immoscout etwa 4000 Euro pro Quadratmeter, eine Wohnung 3800. Der günstigste Quadratmeterpreis auf der Plattform liegt aber nur bei 3000 Euro, der höchste bei 5500. Im ganzen Landkreis reicht die Bandbreite sogar von 2900 bis 6900 Euro. Die Durchschnittspreise geben also einen Einblick, spiegeln aber nicht den gesamten Immobilienmarkt im Landkreis Augsburg mit allen Facetten wider. Was eine Immobilie wert ist, wird zwar entscheidend, aber nicht ausschließlich von der Lage beeinflusst. Laut Franz Schormeier, Maurermeister und Hochbautechniker mit Unternehmen in Untermeitingen, spielen bei einem Wohnhaus auch Größe und Wert des Grundstücks eine Rolle beim Verkaufspreis. Durchschnittspreise je Quadratmeter Wohnfläche sind dementsprechend nicht immer vergleichbar. Auch Materialkosten haben einen Einfluss. Sie waren bei einem Haus, das vor Jahrzehnten gebaut wurde, noch deutlich niedriger als aktuell. Dazu kommt der energetische Zustand. Der Verkaufs- oder Mietpreise hängt laut Schormeier sehr davon ab, welchen energetischen Standard ein Gebäude hat.