Immobilien: „Langsam kommt wieder Bewegung in den Transaktionsmarkt“
Berlin. Kai Mende ist Geschäftsführer von CBRE Deutschland. Die Unternehmensgruppe ist nach eigenen Angaben gemessen am Umsatz der größte Anbieter für gewerbliche Immobiliendienstleistungen und -investments. Sie beschäftigt mehr als 150.000 Mitarbeitende in 100 Ländern. Mende führt die deutschen Geschäfte seit 2024. Vor seinem Wechsel zu CBRE war der Immobilienmanager fast 20 Jahre beim Konkurrenten JLL tätig. Herr Mende, wo sehen Sie aktuell das größte ungenutzte Potenzial in der Immobilienbranche? Das größte Potenzial bietet das klassische aktive Asset-Management, also das gezielte Investieren in Immobilien, die modernisiert oder revitalisiert werden, um den Wert der jeweiligen Objekte zu steigern. Das Problem dabei: Viele Immobilien standen seit der Zinswende gar nicht erst zum Verkauf, da sich die Preisvorstellungen von Verkäufern und Käufern zu sehr unterschieden. Langsam kommt aber wieder Bewegung in den Transaktionsmarkt. Was war für Sie persönlich der größte Aha-Moment in Bezug auf den Immobilienmarkt oder das Bauwesen? Die Zinswende im Jahr 2022 hat eindrucksvoll gezeigt, wie schnell sich Marktmechanismen verändern können. Zuvor befand sich der Immobilienmarkt in einem Superzyklus, den nichts zu bremsen schien – selbst die Pandemie nicht. Über Jahre war Kapital entgegen allen Erkenntnissen der Volkswirtschaftslehre fast umsonst. Nach dem Zinsanstieg hat sich der Markt dann in gewisser Weise endlich wieder normalisiert.