Immobilien: Studie hält Vergesellschaftung von Wohnungen in Berlin für finanzierbar
Berlin. Eine Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände in Berlin ist einer Studie zufolge finanzierbar. Allerdings werde dies den Wohnungsmangel nicht beheben, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Untersuchung von Ökonomen unter anderem des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Dazu brauche es Neubau in großem Stil. Die Vergesellschaftung könne aber als ergänzendes Element sinnvoll sein, um das Bezahlbarkeitsproblem von Mieten zu vermindern.
Die Forscher veranschlagen die Entschädigung für die Überführung von rund 210.000 Wohnungen auf etwa 13,5 Milliarden Euro. Dies sei bei kluger Ausgestaltung finanzierbar, ohne dass der Neubau leide oder es zu Kürzungen im Berliner Landeshaushalt komme.
Die Forscher empfehlen, die Wohnungen den sechs bestehenden landeseigenen Wohnungsunternehmen zu übertragen. Dies minimiere rechtliche, finanzielle und organisatorische Risiken. Von der Gründung einer neuen Wohnungsanstalt, wie sie die Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ vorschlage, raten die Wissenschaftler ab. Hier sei das Risiko groß, dass die für den Kauf nötige Verschuldung dem Staatssektor zugerechnet werde und Deutschland im Extremfall die europäischen Fiskalregeln verletze.