Immobilienfonds: DWS muss Immobilien verkaufen, um Anteilseigner auszuzahlen
München. Die Deutsche-Bank-Tochter DWS hat angekündigt, bei drei offenen Immobilienfonds mehr Immobilien zu verkaufen. Das sei, laut einer Sprecherin, erforderlich, um Zeichner auszuzahlen, die ihre Anteile zurückgeben wollen.
Die drei Fonds Grundbesitz Europa, Grundbesitz Global und Grundbesitz Fokus Deutschland besitzen derzeit Immobilien im Wert von etwa zehn Milliarden Euro. Das Fondsvermögen abzüglich der Schulden liegt insgesamt bei 8,2 Milliarden. Hochrechnungen von Marktbeobachtern zufolge haben die drei Fonds seit dem Ende der Niedrigzinsphase vor vier Jahren Gebäude für etwa 4,5 Milliarden Euro verkauft.
Die Ankündigung, mehr Gebäude zu verkaufen, dürfte schwer umzusetzen sein, denn die Zinsen für Kredite sind zuletzt gestiegen, was potenzielle Käufer der jetzt angebotenen Immobilien abschrecken dürfte.
„Wir haben derzeit einen Markt, in dem die Käufer das Tempo vorgeben“, sagt Henrik Haeuszler vom Fondshaus Invesco. Stefan Loipfinger, Gründer der Plattform Investmentcheck, kann sich gut vorstellen, dass einige Immobilien sehr günstig verkauft werden.
Viele geschlossene Immobilienfonds befinden sich derzeit in diesem Teufelskreis: Je mehr schlechte Nachrichten kommen, desto mehr Zeichner kündigen und desto mehr Immobilien müssen verkauft werden. Was das für die Anteilseigner der Fonds bedeutet.