Immobilienmarkt: Bei diesen Immobilien können Käufer den Preis wieder drücken
Die Arbeit von David Gramzow macht sich gerade nicht von selbst. Das zeigt sich zum Beispiel an einer Wohnung in Berlin-Kreuzberg, die er im Angebot hatte. Drei Zimmer hat sie, 100 Quadratmeter ist sie groß, 700.000 Euro sollte sie kosten. Noch vor ein paar Jahren, sagt der Immobilienmakler aus der Hauptstadt, »hätten sie mir dafür die Bude eingerannt. Jetzt kamen drei ernst zu nehmende Anfragen in drei Monaten.« Verkauft sei die Wohnung bis heute nicht, die Eigentümer wollten erst mal den Sommer abwarten. Mit dieser Haltung sind die Verkäufer aus Kreuzberg nicht allein. Das untermauern Daten aus 20 deutschen Städten und Landkreisen, die das Kiel Institut für Weltwirtschaft ausgewertet hat und die der ZEIT vorab vorliegen: Demnach münden immer weniger Immobilieninserate für Eigentumswohnungen in einem Verkauf. »Die Abschlussrate fiel gegenüber Ende 2021 in allen Segmenten stark«, schreiben die Kieler Wissenschaftler Francisco Amaral, Hanno Eckert, Jonas Zdrzalek und Steffen Zetzmann. Das heißt: Viele Verkäufer finden für ihre Immobilie zu dem Preis, den sie sich vorgestellt haben, keinen Abnehmer. Beide Seiten, Eigentümerin und Kaufinteressentin, finden nur schwer zueinander.