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In EU-Land: Erstes Atommüll-Endlager weltweit genehmigt

Technologie

Weltpremiere im Norden

Finnische Regierung gibt grünes Licht für Atommüll-Endlager

Von dpa, t-online

Aktualisiert am 24.10.2026 - 11:35 UhrLesedauer: 2 Min.

Finnland könnte bald als erstes Land weltweit hochradioaktiven Atommüll tief im Fels endlagern. Doch die Zulassung bleibt nicht ohne Kritik.

Die finnische Regierung hat der Betreiberfirma Posiva als erste Regierung weltweit die Genehmigung erteilt, hochradioaktiven Atommüll dauerhaft unter der Erde zu lagern. Das teilte die Regierung in Helsinki am Donnerstag mit. Das Endlager namens Onkalo befindet sich auf der Insel Olkiluoto im Westen Finnlands, in mehr als 400 Metern Tiefe.

In Onkalo darf Posiva künftig abgebrannte Kernbrennstoffe aus den finnischen Kernkraftwerken Olkiluoto und Loviisa einlagern. Die Menge ist auf maximal 6.500 Tonnen Uran begrenzt. Die Brennstoffe werden in speziellen Behältern versiegelt. Ein Posiva-Sprecher erläuterte deren Aufbau: "Diese bestehen aus einem Gusseiseneinsatz, der von einer fünf Zentimeter dicken Kupferhülle umgeben ist." Anschließend werden die Behälter in Bohrlöcher im Gestein herabgelassen und mit einer Betonschicht gesichert. Die Endlagerung soll rund hundert Jahre dauern, danach wird das Lager verschlossen.

Weg noch nicht ganz frei

Die Anlage besteht aus zwei Teilen: einer oberirdischen Verpackungsanlage und dem unterirdischen Endlager. Die Baugenehmigung hatte Posiva 2015 erhalten, der Bau im Untergrund begann ein Jahr später. In einer nahegelegenen Anlage lagert Finnland bereits seit Jahrzehnten schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Onkalo ist jedoch das erste Endlager für abgebrannte Kernbrennstoffe. Dort soll nach derzeitigem Plan ausschließlich finnischer Atommüll untergebracht werden.

Mit der Regierungsgenehmigung ist der Weg zur Inbetriebnahme noch nicht vollständig frei. Vor dem Start muss die Strahlenschutz- und Nuklearsicherheitsbehörde nach einer Inspektion ebenfalls zustimmen. Wann die Lagerung tatsächlich beginnen kann, ist deshalb noch offen. Posiva teilte mit: "Ein genauer Zeitplan für die Inbetriebnahme liegt derzeit nicht vor."

Das sind die Top-Fragen des Tages:

Umweltschützer sorgen sich um Grundwasser

Umweltschutzorganisationen stehen dem finnischen Konzept kritisch gegenüber. Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital warnte laut einer Mitteilung: "Versagen diese Kupferbehälter irgendwann in der Zukunft, droht Grundwasser radioaktiv verschmutzt zu werden." Er ergänzte: "Außer Finnland geht lediglich Schweden diesen unwirtschaftlichen Weg, alle anderen Staaten wie Deutschland setzen auf geologische Barrieren – sogenanntes Wirtsgestein wie Steinsalz, Ton- oder Kristallingestein." Für die deutsche Suche nach einem Endlager sei das finnische Konzept kein geeignetes Vorbild.

Auch Deutschland steht vor dieser Aufgabe. Obwohl die letzten Atomreaktoren 2023 abgeschaltet wurden, fehlt bis heute ein Standort für rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommüll, der in mehr als 60 Jahren Atomkraft angefallen ist. Derzeit lagert dieser Müll in sechzehn oberirdischen Zwischenlagern in verschiedenen Bundesländern.

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