In Mali jagen die Rebellen wieder russische Söldner
Im Norden Malis ist am Donnerstag ein Konvoi mit malischen Soldaten und Kämpfern des russischen Afrikakorps angegriffen worden. Die von Tuareg geführte Rebellengruppe Befreiungsfront von Azawad (FLA) bekannte sich zu dem Angriff. Der Konvoi war auf dem Weg in die Stadt Anefis, als er unter Beschuss geriet, und soll mehr als 200 russische Kämpfer sowie über 100 malische Soldaten transportiert haben. Das Nachbarland Niger hat offenbar Luftunterstützung geleistet. Der Angriff fügt sich ins Bild. In Mali hat es bereits am Samstag nach Angaben der Armee Rebellenangriffe an mindestens fünf verschiedenen Orten gegeben: Ziel der Attacken sei unter anderem eine Stadt im Norden des Landes gewesen, in der Regierungstruppen und paramilitärische Einheiten aus Russland stationiert seien, hatte die Armee mitgeteilt. Auch ein Ort südlich der Hauptstadt Bamako sei betroffen. Kurz zuvor hatten bereits von Tuareg angeführte Aufständische einen Angriff auf die Stadt Anefis in Malis Norden gemeldet. Zudem berichteten Anwohner aus zwei weiteren Orten im Norden und Zentrum des westafrikanischen Binnenstaates von Schüssen und Explosionen. In der zentral gelegenen Stadt Gao seien noch vor der Morgendämmerung Schüsse gefallen und Raketen auf ein Militärlager abgefeuert worden, sagte ein örtlicher Beamter. Erst im April hatten Rebellen bei einer Reihe von Großangriffen den Flughafen von Bamako attackiert, den Verteidigungsminister getötet und mehrere Armeestützpunkte im Norden eingenommen. In der Folge waren Regierungstruppen und russische Einheiten in Anefis stationiert worden. Zuvor hatten die FLA und ein regionaler Ableger der Extremisten-Organisation al-Qaida die Kontrolle über die Stadt Kidal übernommen. Russland versucht, den Rückzug Frankreichs aus Afrika für sich zu nutzen – nicht nur in Mali. Das größte Land der Erde will nach eigenen Angaben Mosambik im Kampf gegen islamistische Aufständische unterstützen. Man sei bereit, einer entsprechenden Bitte nachzukommen, um die terroristische Bedrohung im Norden des Landes zu beseitigen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Die Regierung in Maputo kämpft dort seit Längerem gegen die Milizen. Das russische Angebot erfolgt vor dem Hintergrund eines wachsenden Interesses auch der Ukraine an dem Land im südlichen Afrika. Die Regierung in Kyjiw strebt den Import von Flüssigerdgas (LNG) aus Mosambik an, da Russland die ukrainische Energieinfrastruktur seit Jahren angreift. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte seinerseits angeboten, Mosambik bei der Bewältigung seiner Sicherheitsprobleme zu unterstützen. Mosambik ist ein bedeutender Erdgasproduzent in Afrika und will ein milliardenschweres LNG-Projekt wieder aufnehmen, das wegen des Aufstands gestoppt worden war.