In Russland geschieht derzeit etwas Unerwartetes - ukrainische Drohnen sind der Grund dafür
Der vom russischen Staat dominierte Energieriese Gazprom will laut internen Unterlagen bewaffnete Schutztrupps aufstellen. Sie sollen russische Gasanlagen vor ukrainischen Drohnen schützen, berichtet die finnische Zeitung „Iltalehti“. Gazprom hat eine Vereinbarung mit dem russischen Verteidigungsministerium geschlossen, um solche Einheiten aufzubauen. Ihre Aufgabe ist es, Gasanlagen in der eigenen Region zu schützen. Die Männer gehen dabei nicht in den regulären Militärdienst, sondern werden Teil einer Reserve, wie das unabhängige russischsprachige „Meduza“ berichtet. Gazprom stellt bewaffnete Reservisten gegen ukrainische Drohnen auf Wer sich meldet, muss laut „Meduza“ eine medizinische Untersuchung, eine gründliche Auswahl und rund zwei Monate Ausbildung durchlaufen. Die Verträge laufen drei Jahre, danach sind neue Verträge möglich. Gazprom verspricht den Teilnehmern weiter ihren Durchschnittslohn sowie zusätzliche Zahlungen. Für Übungen soll es monatlich 200.000 Rubel geben, umgerechnet rund 2.300 Euro. Hinzu kommen Unterkunft, Verpflegung, Ausrüstung, medizinische Versorgung, Lebensversicherung und Reisekosten. Der Schutz kritischer Infrastruktur liegt damit nicht mehr nur bei Armee und Staat, sondern auch bei großen Unternehmen selbst. Ukrainische Angriffe auf Energieanlagen Gazprom meldete in diesem Jahr mehrere ukrainische Drohnenschläge gegen seine Infrastruktur. Ziele waren laut „Iltalehti“ unter anderem Kompressorstationen der Pipelines TurkStream und Blue Stream, die Gasraffinerie Astrachan sowie Gas- und Heliumanlagen in der Region Orenburg. Im Mai 2026 erlaubten russische Behörden privaten Unternehmen laut „Meduza“, großkalibrige Waffen und Spezialtechnik zur Drohnenabwehr zu kaufen. Dazu zählen Flugabwehrsysteme und Anlagen für elektronische Kampfführung. Schon im April 2026 kündigte die Region Leningrad an, mobile Feuergruppen aus Reservisten zum Schutz von Industrieanlagen und kritischer Infrastruktur aufzustellen.