Indien: Anführer der »Kakerlaken
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Proteste in Neu-Delhi Anführer der »Kakerlaken-Bewegung« in Indien wieder frei
Mit einem Großaufgebot ist die Polizei gegen Proteste in Neu-Delhi vorgegangen. Tausende Menschen wurden festgenommen, drei Anführer der Bewegung sofort nach ihrer Ankunft im Flugzeug. Nun sind sie wieder frei – unter Auflagen.
11.10.2026, 09.03 Uhr
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Der Gründer der »Kakerlaken-Bewegung« in Indien ist wieder frei. Das teilte seine Anwältin mit. Die Polizei hatte Abhijeet Dipke und zwei weitere Anführer der Bewegung am Samstag im Vorfeld von Massenprotesten in der Hauptstadt Neu-Delhi verhaftet. Nun seien sie wieder frei, so die Anwältin, unter der Auflage, dass sie »ein Jahr lang nicht die öffentliche Ordnung stören«.
Die drei Männer waren am Vortag direkt nach der Landung in Neu-Delhi noch im Flugzeug festgenommen worden. Die »Kakerlaken-Bewegung« hatte an diesem Tag zu Massenprotesten aufgerufen, um den Rücktritt des Leiters der staatlichen Wahlkommission zu erreichen. Die indischen Behörden gingen mit einem massiven Polizeiaufgebot gegen die Protestierenden vor, um eine Massenkundgebung zu verhindern. Laut der Nachrichtenagentur PTI riegelten mehr als 20.000 Sicherheitskräfte das Zentrum von Neu-Delhi ab. Zudem wurden Dutzende Metrostationen geschlossen und mehr als 200 Zugverbindungen gestrichen.
Bei einer Pressekonferenz sagte CJP-Politiker Ajinkya Shinde, die Polizei habe mehr als 15.000 Demonstranten festgenommen. »Wir werden zurückkommen, mögen sie auch alle Gefängnisse vollmachen«, kündigte er an. Die Polizei wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht zu den Festnahmen äußern. Die Zeitung »The Hindu« berichtete von rund 5000 Festgenommenen. Mehrere Medien berichteten, dass ihre Journalisten vorübergehend in Gewahrsam genommen worden seien.
Hintergrund des Protests ist die umstrittene Prüfung von Wählerverzeichnissen. Laut Wahlkommission sollen lediglich doppelte Einträge und Namen nicht wahlberechtigter Menschen entfernt werden. Opposition und Kritiker beklagen, die Prüfung könne Millionen von Menschen ihres Wahlrechts berauben zugunsten der Regierungspartei BJP von Premierminister Narendra Modi.
Medienberichten zufolge sind bei der Prüfung der Wählerverzeichnisse bereits mehr als 133 Millionen Namen von den Listen gestrichen worden. Zumeist soll es sich um Angehörige von Minderheiten und insbesondere Muslime handeln. Indien ist mit 1,4 Milliarden Einwohnern die weltweit größte Demokratie.
Erfolg der Gen Z in Indien: Millionen Inder kämpfen jedes Jahr um einen Medizinstudienplatz. Als ein Zulassungsbetrug auffliegt, wächst daraus eine Protestbewegung. Premier Narendra Modi gibt dem Druck nach – und erfüllt sämtliche Forderungen. Mehr über den Hauch von Revolution in der größten Demokratie der Welt lesen Sie hier .
jml/AFP