Indonesien: Vulkanausbruch legt Flugverkehr an sechs Flughäfen lahm
Der Flughafen Soekarno-Hatta – der wichtigste des Landes – wurde zunächst bis Sonntagmorgen (Ortszeit) geschlossen, später wurde seine Schließung bis zum Nachmittag verlängert. Zuvor war dort Vulkanasche in der Luft nachgewiesen worden. »Der jüngste Test zeigte positive Ergebnisse, die auf eine Ausbreitung von Vulkanasche im Bereich des internationalen Flughafens Soekarno-Hatta hindeuten«, erklärte das Verkehrsministerium. Der Flughafen liegt mehr als 150 Kilometer vom Anak Krakatau entfernt.
Keine Tsunamigefahr
Die Aschewolke erreichte der Wetterbehörde BMKG zufolge auf der Java-Seite des Vulkans eine Höhe von 6000 Metern und auf der Sumatra-Seite von 15.000 Metern. Die Katastrophenschutzbehörde BNPB kündigte an, am Sonntag eine Maßnahme zur Wetterbeeinflussung vorzunehmen, die auch eine Wolkenimpfung umfassen könne, um Regen auszulösen. »Wenn es stark genug regnet, wird die Vulkanasche, die seit gestern und auch heute noch unser tägliches Leben stört, schnell weggespült«, sagte der Leiter der BNPB, Suharyanto, auf einer Pressekonferenz. Ein Sprecher der Behörde rief die Bevölkerung auf, bei Ascheregen Masken und Augenschutz zu tragen, Aktivitäten im Freien zu reduzieren und beim Autofahren vorsichtig zu sein.
Die Chefin der Geologiebehörde, Lana Saria, erklärte, die jüngste Serie von Eruptionen des Vulkans habe nicht das Potenzial, einen Tsunami auszulösen. 2018 hatte ein Ausbruch des Anak Krakatau einen Tsunami verursacht, mehr als 400 Menschen starben.
Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, wo mehrere tektonische Platten aufeinandertreffen. Dadurch gibt es immer wieder Vulkanausbrüche und Erdbeben. Für den Anak Krakatau gilt seit dem 2. Juli die zweithöchste Warnstufe drei.
Der Name Anak Krakatau bedeutet »Kind des Krakatau«. Der Vulkan entstand vor einem Jahrhundert in dem Gebiet, das einst der Vulkan Krakatau einnahm. Dieser hatte sich 1883 bei gewaltigen Eruptionen selbst zerstört, bei denen durch eine Reihe von Tsunamis mehr als 36.000 Menschen ums Leben kamen.