Indonesische Fähre in Seenot - fast 130 Menschen vermisst
Bei einem Fährunglück vor der Küste Indonesiens ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Zudem werden fast 130 Menschen noch vermisst.
In Indonesien werden nach einem Fährunglück auf hoher See noch fast 130 Menschen vermisst. 115 Menschen wurden von nahen Schiffen in der Javasee gerettet, wie die für Such- und Rettungseinsätze zuständige Behörde der Stadt Banjarmasin erklärte. Zudem wurde bislang eine Leiche geborgen. Ein Such- und Rettungseinsatz dauerte bei rauer See noch an.
103 Menschen seien von dem Schiff mit 243 Menschen an Bord in Sicherheit gebracht worden, nachdem bei schlechtem Wetter der Kontakt zu der Fähre abgebrochen war, sagte der Leiter der Rettungskräfteeinheit, I Putu Sudayana, am Sonntag.
"Wir haben die Suche nach Opfern mit allen verfügbaren Mitteln ausgeführt", sagte Sudayana. Die Einsatzkräfte kämpften den Angaben zufolge mit bis zu zweieinhalb Meter hohen Wellen. Auch ihr Schiff sei einem "großen Risiko" ausgesetzt, sagte Sudayana.
Die "Virgo Transport 8" hatte am Sonntagmorgen den Hafen von Surabaya im Osten der Insel Java verlassen. Ziel war ein Hafen auf Borneo. Dann brach der Funkkontakt ab. Wie Sudayana der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, hatte das Schiff nach Angaben des Kapitäns Schlagseite bekommen, bevor der Kontakt abbrach.
In Indonesien, einem Archipel aus mehr als 17.000 Inseln, sind Schiffsunfälle keine Seltenheit. Ursache sind teilweise laxe Sicherheitsstandards sowie das unvorhersehbare Wetter.
Empfehlungen der Redaktion
Nach Explosion auf Fähre vor Philippinen mindestens 76 Tote
Jugendlicher überlebt zwei Tage auf gekentertem Boot
Schiff in Straße von Hormus angegriffen
Im August kamen bei einem Brand auf einer Fähre mindestens fünf Menschen ums Leben. Im Juli war eine Fähre mit mehr als 70 Passagieren auf dem Weg zur Insel Selayar südlich von Sulawesi gesunken. Mindestens vier Menschen starben, weitere 14 Menschen wurden nach dem Einstellen der Suchaktion noch vermisst. (afp/dpa/bearbeitet von pak)