DAX +0,79 % 25.793,74 Pkt 09:22:07 MDAX -0,07 % 30.473,16 Pkt 09:22:07 Euro Stoxx 50 -0,06 % 6.163,82 Pkt 09:22:00 Dow Jones +0,22 % 52.475,10 Pkt 22:18:52 S&P 500 +0,88 % 7.743,98 Pkt 22:18:42 Nasdaq +1,45 % 26.549,85 Pkt 22:15:59 Nikkei +1,10 % 64.659,47 Pkt 07:45:03 Gold -0,20 % 4.043,30 USD 09:27:05 Silber -0,91 % 52,97 USD 09:26:20 Brent -4,26 % 110,41 USD 09:27:05 WTI -1,38 % 101,36 USD 09:27:05 Bitcoin -1,59 % 79.978,66 USD 09:37:04 EUR/USD +0,09 % 1,11400 USD 09:36:44 EUR/GBP +0,06 % 0,83660 GBP 09:37:07 EUR/CHF 0,00 % 0,92230 CHF 09:37:07 EUR/JPY +0,03 % 175,838 JPY 09:37:07

Industrieaufträge brechen im August unerwartet stark ein

Wirtschaft

Die kleine Erfolgsserie der deutschen Industrie ist im August gerissen: Nach zuvor drei Anstiegen in Folge musste sie diesmal einen unerwartet starken Auftragseinbruch ​hinnehmen. Das Neugeschäft schrumpfte um 10,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat und damit so stark wie seit Jahresbeginn nicht ‌mehr, teilte das Statistische Bundesamt mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang von 1,0 Prozent gerechnet. Der Einbruch hängt mit dem Ausbleiben von Großaufträgen zusammen: Werden diese ausgeklammert, hätte das Minus im August nur 0,1 Prozent betragen.

Die negative Entwicklung geht fast ausschließlich ​auf den starken Rückgang im Bereich des sonstigen Fahrzeugbaus zurück, zu dem Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge ⁠gehören. Der Auftragseingang ⁠in diesem Bereich sank im August um 61,5 Prozent zum Vormonat. Im Juli hatte er sich wegen eines außergewöhnlich hohen Volumens an Großaufträgen im Schiff-, Schienenfahrzeug- und Flugzeugbau noch mehr ‌als verdoppelt. Die Bundesregierung steckt Milliarden in die Modernisierung der ​Bundeswehr.

Gut gefüllte Auftragsbücher

»Am grundsätzlich positiven ‌Bild ändert das wenig«, sagte Ökonom Michael Herzum vom Fondsanbieter Union Investment. Die Auftragslage der deutschen Industrie habe sich seit Herbst 2025 deutlich verbessert. »Die Auftragsbücher sind gut gefüllt und bieten der Industrie rechnerisch ein Polster von rund neun Monaten«, sagte Herzum. ‌Ob aus den vollen Auftragsbüchern tatsächlich mehr Wachstum entstehe, entscheide sich bei den Investitionen. Noch fehle den Unternehmen das Vertrauen, Produktion und Kapazitäten hochzufahren. »Die deutsche Industrie hat sich ‌stabilisiert und die Perspektiven sind gut – ​ein Boom ist das aber noch nicht«, ‌sagte Herzum.

Die Auslandsaufträge fielen im August um 5,4 Prozent geringer ‌aus. Die ​Inlandsaufträge brachen sogar um 17,3 Prozent ein. Im weniger schwankenden Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von Juni bis August um 1,3 ​Prozent höher als in den drei Monaten ⁠zuvor. Ohne Großaufträge sank er ​um 2,6 Prozent.

Stabil ​geblieben sind im August die Einnahmen: Der inflationsbereinigte Umsatz im verarbeitenden Gewerbe verharrte auf dem Niveau des Vormonats.

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