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IndyCar Milwaukee 1 2026: Kämpferischer Mick nach Kollision, Palou Meister

Sport

(Motorsport-Total.com) - Mühsame Fortsetzung des ersten IndyCar-Rennens in Milwaukee 2026 für Mick Schumacher (RLL-Honda; 12.): In der 150. von 250 Runden wurde der Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher in einen Dreher gezwungen, als er sich mit Romain Grosjean (Coyne-Honda; 19.) zu nahekam. Das warf ihn aus der Führungsrunde. Allerdings kämpfte er sich zurück und wurde noch Zwölfter. (Ergebnis 1. Rennen Milwaukee)

Grosjean hatte gerade frische Reifen gefasst und konnte daher deutlich schneller fahren als der Großteil des Feldes. Dabei fuhr er Schumacher aufs rechte Vorderrad. Der Deutsche war wutentbrannt am Funk und forderte eine Strafe gegen den Doppelstaatsbürger. Der ging zwar straffrei aus, landete aber letztlich überrundet weit hinter Mick Schumacher.

Dieser war zuvor bereits gereizt, weil das Team eine fragwürdige Strategie wählte. Schumacher hatte vor der Unterbrechung am Samstag als einer von sieben Fahrern noch unter Gelb gestoppt und daher die Möglichkeit, länger zu fahren als seine Gegner. Allerdings brachen fünf der Fahrer, die mit ihm am Samstag gestoppt hatten, die Taktik ab und stoppten mit allen anderen kurz vor Rennhälfte.

RLL wirft Strategievorteil weg

Schumacher blieb zunächst länger draußen, wurde dann aber von seinem Team doch an die Box gerufen. Dadurch war der Strategievorteil weg, und - noch schlimmer - er wurde von allen anderen Fahrzeugen in der Führungsrunde per Undercut abgefangen. "Versucht beim nächsten Stopp keinen Overcut mehr, das funktioniert nicht", funkte Schumacher hörbar genervt danach an die Box.

Besonders ärgerlich: David Malukas (Penske-Chevrolet; 2.) zog die Strategie als einziger der sieben angesprochenen Piloten konsequent durch und hätte das Rennen beinahe gewonnen. Das Team kostete Mick Schumacher mit dem Abbruch der Strategie also ein mögliches Topresultat. Da Schumacher ohnehin nichts zu verlieren hatte, mutet der Boxenstopp kurz nach Rennhälfte seltsam an.

Schon im zweiten Rennen, das im Vorfeld der Fortsetzung des ersten Rennens abgehalten wurde, war er bei Boxenstopps immer wieder durch Undercuts der Konkurrenz zurückgeworfen worden, daher die Frustration am Funk. Er lag gerade direkt hinter seinem Teamkollegen Louis Foster (RLL-Honda; 11.), als Grosjean Schumacher in den Dreher zwang.

Schumacher wurde anschließend von seinem Fahrercoach Ryan Briscoe am Funk beruhigt. Beim letzten Stopp unter Grün blieb er diesmal zwangsweise lange draußen, weil er sonst noch mehr Runden verloren hätte. Das zahlte sich aus: Als Will Power (Andretti-Honda; DNF) in die Mauer rutschte, wurde eine Caution ausgerufen, die Schumacher zurück in die Führungsrunde spülte.

Beim Restart war er 14. und machte schnell zwei Plätze gut, einen gegen den amtierenden Indy-500-Champion Felix Rosenqvist (MSR-Honda; 17.) und einen gegen die lebende Legende Scott Dixon (Ganassi-Honda; 18.). Danach kam es nochmal zu einer Caution, weil Caio Collet (Foyt-Chevrolet; DNF) sein miserables Wochenende in der Mauer beendete. Letztlich kam Schumacher direkt hinter Teamkollege Foster ins Ziel.

O'Ward macht das Doppel, Palou Meister

Das Rennen gewann erneut Patricio "Pato" O'Ward (McLaren-Chevrolet; 1.), der damit als erster Fahrer seit Rick Mears in Atlanta 1981, als zwei Rennen regulär am selben Tag gefahren wurden, zwei IndyCar-Rennen an einem Tag gewann.

Die Entscheidung fiel beim letzten Restart, als der bis dahin führende David Malukas beim Hochbeschleunigen ein Problem beim Schaltvorgang hatte. Für Malukas gab es damit den vierten zweiten Platz der Saison. "Wir scheinen einfach verflucht zu sein", sagt er - nicht das erste Mal in diesem Jahr den Tränen nahe.

Den dritten Platz holte sich kurz vor Schluss Rinus "VeeKay" van Kalmthout (Juncos-Chevrolet; 3.), der Scott McLaughlin (Penske-Chevrolet; 4.) noch vom Podium stieß. Christian Rasmussen (ECR-Chevrolet; 5.) und Christian Lundgaard (McLaren-Chevrolet; 6.) bildeten dahinter ein dänisches Doppel.

Den größten Jubel gab es aber auf Platz zehn: Alex Palou (Ganassi-Honda; 10.) ist IndyCar-Meister 2026. Es war nur noch eine Frage der Zeit, doch der Spanier fuhr sichtlich mit gebremstem Schaum. Es ist sein fünfter IndyCar-Titel in sechs Jahren - eine Dominanz, die im Zeitalter der Einheitsfahrzeuge niemand mehr für möglich gehalten hätte. (Gesamtwertung IndyCar 2026)

"Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich verdanke das alles meinem Team. Es ist so unglaublich, ich bin so stolz auf dieses Team. So schön, eine weitere Meisterschaft zu haben. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Wochenende auf meiner Lieblingsstrecke mit der wunderschönen Lackierung in Erinnerung an Alex Zanardi. Ich habe versucht, ihm mit den Donuts bestmöglich die Ehre zu erweisen."

Das IndyCar-Finale findet am kommenden Wochenende auf dem Laguna Seca Raceway statt, der den unglaublichen Schlussspurt der IndyCar-Serie mit sechs Rennen an fünf aufeinanderfolgenden Wochenenden zu einem würdigen Ende bringen wird.

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