IndyCar Portland 2026: Bestes Non-Oval-Resultat für Mick Schumacher
(Motorsport-Total.com) - Mit stumpfen Waffen hat sich Mick Schumacher (RLL-Honda; 16.) beim IndyCar-Rennen zu einem versöhnlichen Ergebnis gekämpft. Mit cleverer Strategie und Kampfgeist gelang dem Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher trotz fehlendem Speed auf den Geraden ein 16. Platz, nachdem er in der Anfangsphase sogar auf den letzten Platz zurückgefallen war. (Ergebnis) Das Problem vom Samstag war auch am Sonntag nicht verschwunden und Schumacher fehlte es auf mysteriöse Weise an Tempo auf den Geraden. Der Verlust belief sich in den zwei langen Geradeausstücken des Portland International Raceway auf zwei bis drei Zehntelsekunden pro Runde. Das kostete Schumacher in den ersten vier Runden alle Positionen im Rennen. Trotzdem zeigte er Kampfgeist und machte Position um Position gut. Den Anfang machte ausgerechnet sein Teamkollege Graham Rahal (RLL-Honda; 23.), der aufgrund eines Fahrfehlers nach sieben Runden die einzige Gelbphase des Rennens auslöste. Mehrere Fahrer nutzten diese zum Boxenstopp, Schumacher blieb draußen. Diese Strategie sollte sich als richtig erweisen. Bis auf Josef Newgarden (Penske-Chevrolet; 8.) musste er niemanden mehr durchlassen. Im Gegenteil, ab da ging es nur noch nach vorn - trotz der noch immer fehlenden Leistung. Entscheidend für seinen Marsch nach vorn war dann eine Overcut-Strategie, mit der er sowohl beim ersten als auch zweiten Boxenstopp Positionen gutmachte und die gewonnen Positionen anschließend verteidigte. Es gelang ihm dabei sogar, eine Position gegen Romain Grosjean (Coyne-Honda; 17.) auf der Strecke zu gewinnen. Zwischenzeitlich sah es sogar noch so aus, als wäre ein Top-15-Resultat möglich, als Schumacher in Riesenschritten auf weichen Reifen zu Scott Dixon (Ganassi-Honda; 14.) aufschloss. Der sechsmalige IndyCar-Meister wehrte aber alle Versuche mit seiner Routine ab. Im letzten Stint traf Schumacher auf seinen Teamkollegen Louis Foster (RLL-Honda), musste sich aber bald auf die Verteidigung gegen einen wiedererstarkten Grosjean konzentrieren. Schumacher kämpfte auf gebrauchten weichen Reifen und musste sich sehr strecken, denn neben Grosjean griff auch noch Nolan Siegel (McLaren-Chevrolet; 18.) nach seiner Position. Grosjean und Siegel bekämpften sich dabei auch noch gegenseitig, am Ende hielt Schumacher Grosjean um 0,097 und Siegel um 0,466 Sekunden hinter sich. Sechster Saisonsieg für Alex Palou An der Spitze spazierte Alex Palou (Ganassi-Honda; 1.) zu seinem sechsten Saisonsieg. Zwar behielt der von der Poleposition gestartete Felix Rosenqvist (MSR-Honda; 2.) im ersten Stint die Führung und Palou musste sogar den auf weichen Reifen gestarteten Marcus Ericsson (Andretti-Honda; 6.) ziehen lassen, ging aber beim ersten Stopp locker in Führung, baute diese aus und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. "Das Auto war eine absolute Rakete", freut sich der Spanier. "Es war in jeder Runde wirklich schön zu fahren. Ich war nur etwas besorgt, als Rosenqvist die weichen Reifen genommen hat, die waren echt verdammt gut. Damit hatten wir nicht gerechnet. Aber unterm Strich haben alle einen perfekten Job gemacht. Die Jungs sind es, die mich auf der Strecke so gut aussehen lassen." Rosenqvist ist mit dem zweiten Platz etwas frustriert: "Alex ist einfach eine Runde länger als wir beim ersten Stopp gefahren. Der Overcut war so mächtig hier. Das Losfahren war auch nicht optimal, weil Mick Schumachers Crew, die vor uns war, sich ebenfalls für den Stopp bereitmachte. Im letzten Stint kam Alex dann besser durch den Verkehr. Es nervt immer ein bisschen, wenn man eine Siegchance hat und sie nicht nutzt." Dritter wurde Will Power (Andretti-Honda). Er hätte eine Chance mindestens auf den zweiten Platz gehabt, wäre es nicht beim letzten Boxenstopp zu einem Kommunikationsproblem gekommen. Power holte den überrundeten Sting Ray Robb (Juncos-Chevrolet; 22.) ein und sollte eigentlich an die Box kommen. Doch der Australier blieb draußen und verlor hinter Robb Zeit, der auf dilettantische Weise versuchte, sich in einer Führungsrunde zu halten, die er effektiv ohnehin schon verloren hatte. Das kostete Power mehrere Sekunden. "Ich habe etwas in Kurve 10 im Funk gehört, aber war mir nicht sicher, ob sie 'Pit' oder 'No Pit' sagten. Normalerweise warte ich, dass ich ein anderes Kommando höre, aber das habe ich nicht gehört", erklärt Power das Kommunikations-Missverständnis. Bester Chevrolet-Pilot wurde überraschenderweise Rinus "VeeKay" van Kalmthout (Juncos-Chevrolet; 4.), der ein hervorragendes Wochenende absolvierte und als einziger Chevrolet-Pilot in ein Honda-Quintett an der Spitze eindrang, das von Kyle Kirkwood (Andretti-Honda; 5.) und Ericsson komplettiert wurde. In der Meisterschaft machte Palou damit einen großen Schritt in Richtung Titel und hat nun bereits 110 Punkte Vorsprung auf Kirkwood. Dieser zog wieder an David Malukas (Penske-Chevrolet; 12.) vorbei, der ein unterdurchschnittliches Wochenende erwischte. Die wilden Wochen zum Saisonabschluss der IndyCar-Serie werden am kommenden Wochenende mit dem neuen Rennen auf dem Straßenkurs in Markham fortgeführt, der zweiten neuen Strecke im Kalender nach Arlington zu Saisonbeginn.