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IndyCar Washington: Mick Schumacher holt bestes Straßenkurs-Ergebnis

Sport

(Motorsport-Total.com) - Beim Straßenkurs-Rennen der IndyCar-Serie auf den heiligsten Straßen der Vereinigten Staaten von Amerika zum 250-jährigen Bestehen der USA hat Mick Schumacher sein bestes Ergebnis außerhalb von Ovalen verbessert. Er beendete das Freedom 250 auf dem elften Rang. (Ergebnis Freedom 250)

Dabei musste er sich durchbeißen, denn anders als sein Teamkollege Graham Rahal (RLL-Honda; 13.) konnte der Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher nicht von einer frühen Gelbphase profitieren. Es gab sechs Cautions im Rennen, von denen vier ins erste Renndrittel fielen und zwei eine "Doppel-Caution" waren ("Yellows breed Yellows"). Zwischendrin gab es eine Grünphase über mehr als 70 Runden.

In dieser zeigte Schumacher eine ansprechende Leistung mit mehreren guten Überholmanövern, unter anderem gegen Dennis Hauger (Coyne-Honda; 15.). Er sammelte Positionen durch Vorfälle bei anderen Fahrern auf, zeigte aber auch einen ganz guten Speed, der Rahal Letterman Lanigan Racing am ganzen Wochenende bisher gefehlt hat. Und er entzog sich Überrundungen, was wichtig war.

Gerade, als das Rennen ruhig auszulaufen schien, sorgte ausgerechnet Alex Palou (Ganassi-Honda; 20.) für eine Caution, die noch einmal alles auf den Kopf stellte. Der Tabellenführer erlebte einen wahren Horrortag (siehe unten).

Nach der Caution kam es zu einem weiteren Unfall, als Scott McLaughlin (Penske-Chevrolet; DNF) ein unmögliches Manöver versuchte, um das Rennen zu gewinnen und das Auto wegwarf. Da sich gleichzeitig Indy-500-Sieger Felix Rosenqvist (MSR-Honda; 19.) unabhängig davon drehte, gewann Schumacher zwei Positionen und war nun Elfter.

Beim finalen Restart 13 Runden vor Schluss musste er sich einen nach vorne stürmenden Romain Grosjean (Coyne-Honda; 10.) beugen, überholte aber kurze Zeit später Alexander Rossi (ECR-Chevrolet; 12.) und brachte damit den elften Platz als bester Fahrer von Rahal Letterman Lanigan nach Hause.

Kirkwood beschert USA dominanten Heimsieg

Passender hätte es bei der großen patriotischen Inszenierung nicht laufen können: Mit Kyle Kirkwood (Andretti-Honda; 1.) dominierte ein US-Amerikaner das Rennen von vorne bis hinten. Gleich beim Start schnappte er sich Polesetter Palou mit einem starken Manöver auf der Außenbahn. Das war gerade genug Zeit, bis die erste Gelbphase wegen Trümmerteilen ausgerufen wurde.

Das einzige Mal, dass er die Führung für längere Zeit abgeben musste, war bei der zweiten Caution in Runde 16, ebenfalls für Trümmerteile. Mit Graham Rahal (RLL-Honda; 13.), Grosjean und Kyffin Simpson (Ganassi-Honda; 5.) hatten drei andere Fahrzeuge schon gestoppt, was Rahal ein paar Führungsrunden einbrachte. Dennoch fiel Rahal am Ende hinter Schumacher zurück und nur Simpson konnte den Profit wirklich bis ins Ziel bringen.

In der langen Grünphase war Kirkwood dann unantastbar und fuhr einen Vorsprung von fast 20 Sekunden auf McLaughlin heraus. Dieser war durch die Caution wieder dahin, außerdem hatte Kirkwood harte Reifen, während die Gegner hinter ihm auf den weicheren Alternates unterwegs waren.

McLaughlins Angriff beim Restart war dann völlig übermotiviert und endete im Ausfall. "Kyle war das ganze Wochenende über schnell, deshalb wollte ich die Position gegen ihn unbedingt gewinnen. Dann habe ich die Hinterachse blockiert und weg waren wir", sagt der gebürtige Neuseeländer, der mittlerweile US-Bürger ist.

Damit übernahm Lundgaard den zweiten Platz vor Will Power (Andretti-Honda; 3.), der wie schon in Markham eine bemerkenswerte Aufholjagd zeigte und erneut aufs Podium kam, gefolgt von seinem Teamkollegen Marcus Ericsson (Andretti-Honda; 4.), der sich ebenfalls von hinten nach vorne kämpfte.

Neben Simpson auf Rang fünf feierten auch Nolan Siegel (McLaren-Chevrolet; 6.) und Caio Collet (Foyt-Chevrolet; 9.) bemerkenswerte Ergebnisse. Gerade für den brasilianischen Rookie ist das erste Top-10-Resultat in der Serie eine riesige Last, die ihm von den Schultern fallen dürfte. Scott Dixon (Ganassi-Honda; 7.) und Josef Newgarden (Penske-Chevrolet; 8.) kamen ebenfalls in die Top 10.

Penske-Unfälle und Palou-Debakel

Newgarden war der einzige überlebende Penske, denn neben McLaughlin fand auch David Malukas (Penske-Chevrolet; DNF) die Mauer. Dabei riss er Sting Ray Robb (Juncos-Chevrolet; DNF) mit aus dem Rennen. Es war der einzige schwerere Unfall in diesem Rennen, der aber folgenschwer war.

Als das Gros des Feldes zum anschließenden Boxenstopp kam, nahm das Unheil für Palou seinen Lauf. Er schoss beim Losfahren den bereitliegenden Reifen von Mick Schumacher weg und kassierte dafür eine Durchfahrtsstrafe. Wenig später verbockte sein Team den nächsten Boxenstopp. Schließlich beendete er das Rennen mit dem Fahrfehler, der die letzten beiden Cautions zur Folge hatte. Zumindest kamen alle erdenklichen Fehler in einem einzigen Rennen zusammen.

Beim anschließenden Restart musste direkt wieder Gelb gezeigt werden, weil Marcus Armstrong (MSR-Honda; 17.) eine Divebomb gegen Christian Rasmussen (ECR-Chevrolet; 14.) und Rinus "VeeKay" van Kalmthout (Juncos-Chevrolet; DNF) versuchte und beide abräumte. Für VeeKay war das Rennen beendet, Rasmussen und Armstrong fielen durch Reparatur respektive Strafe aus der Führungsrunde.

In Erinnerung bleibt das Rennen vor allem für eine patriotische Show der Vereinigten Staaten von Amerika. Mit nicht weniger als sieben Überflügen durch die Air Force stellte das von Donald Trump und Roger Penske initiierte Rennen diesbezüglich einen neuen Rekord auf.

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