Infineon baut für über eine Milliarde Euro Werk in Österreich aus
Der Halbleiterhersteller Infineon errichtet für 1,1 Milliarden Euro eine neue Fertigung an seinem österreichischen Standort in Villach im Bundesland Kärnten. Nach Konzernangaben handelt es sich um die weltweit erste Hochvolumenfertigung für Leistungshalbleiter der neuesten Generation.
Effizientere Halbleiter der neuesten Generation
Die neuen Chips sind laut Infineon aus Galliumnitrid (GaN). Halbleiter aus diesem Material haben demzufolge gegenüber herkömmlichen Siliziumchips den Vorteil, dass sie sehr viel schneller schalten können und somit deutlich energieeffizienter sind. Schätzungen zufolge wird sich das weltweite Marktvolumen für GaN-Chips bis 2031 auf 3,5 Milliarden Euro versechsfachen.
"Die Welt ist energiehungrig", erklärte Infineon-Chef Jochen Hanebeck zur Nachfrage nach Galliumnitrid. Mit dem neuen Werk ebne sein Unternehmen "den Weg für den flächendeckenden Einsatz von Galliumnitrid in einer Vielzahl an Schlüsselanwendungen in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Energie-Infrastruktur, Elektromobilität und Robotik".
Die Wafer seien 300 Millimeter statt wie bisher 200 Millimeter groß. Dies sorgt den Angaben zufolge für Effizienzgewinne in der Produktion. Im Vergleich zu einem 200-Millimeter-Wafer könne man die 2,3-fache Menge an Chips erzeugen.
"Verlässliches Umfeld" in Österreich
Der Produktionsstart ist für Ende kommenden Jahres vorgesehen, die Investitionen sind aber für einen Zeitraum bis 2034 geplant. Infineon nutzt an seinem Standort bereits bestehende Reinraum-Kapazitäten.
Für dieses Projekt erhalte Infineon staatliche Beihilfen von 319 Millionen Euro im Rahmen des europäischen Chips-Gesetzes, erläuterte der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker. Er wies auf die positiven Effekte für die Wirtschaft seines Landes hin. "Jeder Arbeitsplatz bei Infineon sichert knapp drei weitere in Österreich." Der deutsche Konzern hat dort etwa 5.800 Beschäftigte.
Infineon-Chef Hanebeck betonte, dass unter anderem die Kompetenz der Mitarbeitenden und ein verlässliches politisches Umfeld den Ausschlag für Villach gegeben hätten.
Halbleiter-Konzern auf Expansionskurs
Produkte rund um die Stromversorgung von Rechenzentren sind ein wichtiger Wachstumstreiber für Infineon. Im auslaufenden Geschäftsjahr 2025/2026 dürfte der Münchener Konzern damit einen Umsatz von mehr als 1,6 Milliarden Euro erzielen. Hanebeck erhofft sich von der neuen Villacher Anlage einen Beitrag von jährlich 1,5 Milliarden Euro zum Konzernumsatz.