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Ingrid Alexandra: Das ist Norwegens nächste Königin

Welt

Prinzessin IngridAlexandra ist die Nummer eins der norwegischen Thronfolge und somit die erste Frau, die in dem Land den Thron besteigen soll. Ihr Großvater, König Harald V. war vor einer Woche im Alter von 89 Jahren im Krankenhaus gestorben. Seitdem ist Ingrids Vater Haakon König.

Zum Thronwechsel gehört auch der Eid auf die Verfassung. Im Parlament sprach Haakon die Worte: „Ich gelobe und schwöre, das Königreich Norwegen gemäß seiner Verfassung und seinen Gesetzen zu regieren, so wahr mir der allmächtige und allwissende Gott helfe!“ Der neue König wiederholte außerdem seinen Wahlspruch „Alles für Norwegen“, den er von seinem Vater übernommen hat.

Die neue Kronprinzessin Ingrid Alexandra stand während seines Eids im Parlament neben ihrem Vater. Später legte sie schriftlich ebenfalls einen Eid ab und kann ihren Vater nun als Regent vertreten. Doch wer ist die junge Frau, die Haakon VIII. einmal auf den Thron folgen soll?

Studium in Oslo

Nach ihrer Rückkehr nach Norwegen hat Ingrid Alexandra heuer ihr erstes Semester an der Universität in Oslo begonnen. Die 22-Jährige, die eigentlich in Australien studiert, war wegen ihrer schwer lungenkranken Mutter Mette-Marit in ihre Heimat zurückgereist. Die Königin leidet an der unheilbaren Krankheit Lungenfibrose und hatte in diesem Sommer eine neue Lunge bekommen. Die Unsicherheit hatte Ingrid Alexandra veranlasst, ihren Aufenthalt an der Uni in Sydney zu pausieren. Sie wollte in dieser Zeit bei ihrer Mutter sein, hieß es. Am ersten Tag ihres Studiums in Oslo hießen die Rektorin, die Dekanin der Fakultät für Sozialwissenschaften, die Ingrid Alexandra besuchen wird, und die Vorsitzende des Studentenparlaments die Prinzessin willkommen.

Ingrid Alexandra sollte „möglichst „normale“ Kindheit haben

Norwegens neuer König Haakon VIII. (53) genießt trotz der jüngsten Skandale rund um das Königshaus hohes Ansehen im Land. Knapp vier von fünf Befragten glaubten in einer Umfrage im März, dass Haakon ein „sehr guter“ oder „ziemlich guter“ König sein werde.

Haakon und Königin Mette-Marit gelten als bodenständig. Dementsprechend behütet und vergleichsweise normal wuchsen Ingrid Alexandra und ihr Bruder Prinz Sverre Magnus auf. Trotzdem sind royale Privilegien natürlich auch Teil der Kindheit der Prinzessin gewesen. Im Winter 2010/11 unternahmen die Eltern mit ihrem Nachwuchs eine zweimonatige „Bildungsreise“ rund um den Globus, inklusive Traumstränden auf Bali und Klettertouren im Himalaya. Dafür meldeten Haakon und Mette-Marit ihre Kinder extra von der Schule ab.

Eine ganz so unbeschwerte Kindheit wie ihr Bruder hatte Prinzessin Ingrid Alexandra aber nicht. Die künftige Königin Norwegens hat schon im Alter von zehn Jahren einige offizielle Aufgaben wahrgenommen, mit ihrer Mutter zusammen Umweltschützer getroffen.

Eine Frau auf dem Thron: Gesetzesänderung macht es möglich

Das Gesetz, nach dem Ingrid Alexandra norwegische Königin werden darf, wurde erst 1990 geändert. Seitdem hat das älteste Kind - unabhängig welchen Geschlechts - ein Anrecht auf die Krone. Zuvor war die Thronfolge in Norwegen männlichen Nachkommen vorbehalten. Bei ihrer Geburt verdrängte Ingrid Alexandra Haakons Schwester, PrinzessinMärtha Louise, auf den dritten Platz.

Haakon musste bei Ingrids Geburt weinen

Als „schönstes Mädchen der Welt“ beschrieb Vater Haakon das Baby kurz nach der Geburt, und gab vor der Presse an, er habe weinen müssen, als die kleine Ingrid Alexandra zur Welt kam.

Stiefbruder wegen Vergewaltigungen zu Haft verurteilt

Mette-Marits erster Sohn Marius Borg Høiby, den sie aus einer früheren Beziehung mitbrachte und den Haakon wie einen eigenen Sohn in der Familie aufnahm, sorgte für zahlreiche Skandale: Høiby nahm Drogen, feierte exzessiv, wurde gewalttätig und stand Anfang des Jahres in einem aufsehenerregenden Prozess vor Gericht. Im Juni wurde er unter anderem wegen zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht zu vier Jahren Haft verurteilt. Bereits seit Februar sitzt er in Untersuchungshaft, die regelmäßig verlängert werden muss.

Momentan darf Høiby die U-Haft mit einer elektronischen Fußfessel auf Gut Skaugum, der Residenz des norwegischen Königspaares, verbringen. Er will das Urteil anfechten, ein Berufungsprozess könnte im kommenden Jahr starten. Die Polizei sieht eine Wiederholungsgefahr und will ihn deshalb in Untersuchungshaft behalten.

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