Innovation: Ist sich selbst verbessernde KI die letzte Menschheitserfindung?
Düsseldorf. Das Versprechen ihrer Firma ist so groß, dass Investoren allein den Versuch mit Milliarden bewerten: eine Künstliche Intelligenz (KI), die sich selbst verbessert. Tim Rocktäschel, KI-Professor am University College London, und Richard Socher, der frühere Chefwissenschaftler des US-Softwareunternehmens Salesforce, brauchten nicht viel mehr als diese Ankündigung und sechs szenebekannte Mitgründer, um bei Wagniskapitalgebern Fantasien zu wecken. Mehr als eine halbe Milliarde Euro haben die beiden in Deutschland geborenen Gründer für ihre neue Firma Recursive Superintelligence (RSI) eingesammelt. Aus dem Investment der Geldgeber um Google Ventures und den Chipkonzern Nvidia ergibt sich, dass das Unternehmen schon jetzt mit mehr als vier Milliarden Euro bewertet wird. RSI gehört zu einer neuen Kategorie von Start-ups, die „Neolabs“ genannt werden. Es sind private KI-Labore wie etwa die US-Firma Thinking Machines Lab der früheren OpenAI-Technologiechefin Mira Murati, das in Paris ansässige Forschungsunternehmen AMI Labs des Informatikers und Turingpreisträgers Yann LeCun und das britische Start-up Ineffable Intelligence des ehemaligen Deepmind-Forschers David Silver. Sie haben gemein, dass ihre Gründer bereits für außergewöhnliche Leistungen bekannt sind, von renommierten Investoren allein für ihre Gründungsidee gewaltige Summen bekommen – und eine Vision verfolgen, die die KI-Entwicklung selbst disruptieren könnte. Was also steckt hinter der großen Wette auf Recursive Superintelligence?