Insider zum Nahost-Krieg: US-Raketenarsenal "fast aufgebraucht"
Newsblog zum Krieg in Nahost Insider: US-Raketenarsenal "fast aufgebraucht" Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Der US-Armee gehen wohl nicht nur die Abfangraketen aus. Trump kündigt für Montag neue Gespräche mit dem Iran an. Alle Entwicklungen im Newsblog. Dienstag, 4. August Katar: Vermittlungsbemühungen im Iran-Krieg dauern an Die Vermittlungsbemühungen zur Beilegung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran dauern nach Angaben Katars weiter an. Eine Einigung gebe es zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht, sagte der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari, in der Hauptstadt Doha. Er sprach aber von laufenden diplomatischen Bemühungen, die "bereits weit fortgeschritten" seien. Die Vermittler arbeiteten daran, die unterschiedlichen Standpunkte zusammenzuführen. "Es werden ständig Entwürfe ausgetauscht", so al-Ansari. Mit Blick auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus sei bisher keine Einigung erzielt worden. "Das könnte sich in den nächsten Stunden oder Tagen ändern", so der Außenamtssprecher. Der Schwerpunkt liege nun darauf, eine Eskalation zu verhindern und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu erreichen, sagte er weiter. Katar vermittelt unter anderem neben Pakistan im Konflikt zwischen dem Iran und den USA. Meerengen im Nahen Osten weiter unter Druck Aufgrund der Spannungen im Nahen Osten ist der Schiffsverkehr in den Meerengen der Region weiterhin unter Druck. Die Straße von Hormus haben am Montag lediglich neun Schiffe passiert, wie aus Informationen des Datenanbieters Kpler hervorgeht. In der vergangenen Woche durchfuhren demnach täglich im Schnitt etwa 16 Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Eine Einigung zwischen den USA und dem Iran könnte die Schifffahrt schnell beleben, wenn auch eine nachhaltige Besserung dauern könnte, sagte Dimitris Ampatzidis, Risiko-Analyst von Kpler. Durch Drohungen und Angriffe der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz im Jemen gegenüber Saudi-Arabien ist auch die Schifffahrt durch den Seeweg Bab al-Mandab am Ausgang des Roten Meers beeinträchtigt. Lediglich 25 Passagen konnte Kpler am Montag bestätigen. Die Durchfahrten dort nahmen in den vergangenen Tagen ab: Noch am Freitag hatte Kpler 42 Passagen gemeldet. Vor Beginn der jüngsten Kampfhandlungen im Februar waren es im Schnitt 40 bis 50 Schiffe pro Tag. Erst in der Nacht zum Dienstag war erneut ein Schiff vor der Küste des Omans unter Feuer geraten. Nach US-Angaben laufen derzeit Verhandlungen mit dem Iran. Aus Teheran hieß es zuletzt, man sei mit dem Oman über eine Regelung der Schifffahrt in der Straße von Hormus im Gespräch. Huthis greifen erneut Saudi-Arabien an Die Huthis im Jemen haben einen Angriff auf Saudi-Arabien für sich reklamiert. Die vom Iran unterstützte Miliz habe ein militärisches Ziel am saudi-arabischen Flughafen Nadschran unweit der jemenitischen Grenze mit einer Drohne angegriffen, teilte Militärsprecher Jahja Sari mit. Aus Saudi-Arabien gab es zunächst keine Bestätigung dafür. Die Huthis bezeichneten den reklamierten Angriff als Reaktion auf angebliche Verletzungen des jemenitischen Luftraums in den Provinzen Saada und Hadscha durch saudi-arabische Drohnen. Weitere Verstöße gegen den Luftraum würden nicht unbeantwortet bleiben, hieß es. Auch dazu äußerte sich Riad zunächst nicht. Die Spannungen zwischen den Huthis im Jemen und Saudi-Arabien hatten zuletzt wieder zugenommen. Saudi-Arabien kämpft im Jemen gemeinsam mit der international anerkannten Regierung seit mehr als zehn Jahren gegen die schiitische Miliz. Im Zuge des Iran-Kriegs ist auch dieser Konflikt neu eskaliert. Insider: US-Raketenarsenal "fast aufgebraucht" Die USA haben im seit Ende Februar andauernden Krieg gegen den Iran ihre Bestände an wichtigen landgestützten Langstreckenraketen nach Angaben von Insidern weitgehend aufgebraucht. Dies schüre Sorgen über die Einsatzbereitschaft des US-Militärs für künftige Konflikte, sagten Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf die niedrigen Lagerbestände. Details zur genauen Nutzung der Raketen vom Typ Army Tactical Missile Systems (ATACMS) und Precision Strike Missiles (PrSM) waren bislang nicht bekannt. Bei den Raketen handelt es sich vor allem um Boden-Boden-Geschosse des Heeres. Die USA hätten "nahezu alle" dieser Waffen eingesetzt, sagten zwei der Insider. Zu genauen Zahlen wollten sie allerdings keine Angaben machen. Analysten zufolge wären solche Waffen, die über eine Million Dollar pro Stück kosten, auch in einem Konflikt mit China oder Russland von Bedeutung. PrSM ist eine neuere, fortschrittlichere Generation, die die ATACMS mit ihrer kürzeren Reichweite ersetzen soll. Zudem hätten die USA seit Kriegsbeginn knapp die Hälfte ihres weltweiten Bestands an Tomahawk-Marschflugkörpern verbraucht, sagte eine Person, die ebenfalls nicht namentlich genannt werden wollte. Diese werden von der Marine von Schiffen und U-Booten aus gestartet. Auch die Bestände an defensiven Waffen wie Patriot-Abfangraketen und THAAD-Systemen zur Abwehr ballistischer Raketen seien stark reduziert. Einem Bericht des Center for Strategic and International Studies (CSIS) von vergangener Woche zufolge wurden zwischen Februar und Juli etwa 65 Prozent der Patriot-Abfangraketen verbraucht und die THAAD-Bestände um mindestens 38 Prozent reduziert. Zwei der Insider bestätigten, dass diese Zahlen mit internen US-Daten übereinstimmten. Loading... Loading... Loading... Trump: Iran droht die "Enthauptung" Donald Trump sagt, dem Iran drohe eine "Enthauptung", sollte er keinem Abkommen zur Beendigung des Konflikts zwischen den beiden Ländern zustimmen. Der US-Präsident hat neue Gespräche mit Teheran zudem als "letzte Chance" für das islamistische Regime bezeichnet. Man befinde sich in Gesprächen – und zwar auf Wunsch des Iran, sagte Trump im Weißen Haus. Der 80-Jährige bekräftigte, dass verschiedene Staaten die USA darum gebeten hätten, der Diplomatie eine letzte Chance zu geben. "Das ist eine letzte Chance für sie, ein gutes Dokument zu unterzeichnen", sagte er mit Blick auf den Iran. Einmal mehr untermauerte er seine Worte dabei mit einer martialischen Drohung: "Ich möchte ihnen jede letzte Chance vor der Enthauptung geben." Trumps Darstellung zufolge drehen sich die Gespräche um die Öffnung der für den internationalen Gas- und Ölhandel zentralen Straße von Hormus. Demnach geht es darum, die Meerenge bis diesen Dienstag vollständig zu öffnen. In einer zweiten Phase soll es seiner Darstellung nach dann um die "Denuklearisierung" des Iran gehen – das werde länger dauern, räumte Trump ein. Frachtschiff in Straße von Hormus angegriffen In der Straße von Hormus ist vor der Küste des Oman erneut ein Schiff angegriffen worden. Der Frachter sei von einem "unbekannten Geschoss" getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO). Der Vorfall ereignete sich demnach rund 37 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Al Khasab. Die Behörde machte zunächst keine Angaben zu möglichen Schäden oder Verletzten auf dem Frachter.