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Insolvenz: Autozulieferer insolvent - 152 Jobs in Gefahr

Wirtschaft

Nächster Autozulieferer in Not

Traditionsunternehmen ist insolvent

Von t-online, cho

Aktualisiert am 24.09.2026 - 11:33 UhrLesedauer: 3 Min.

Seit 1951 gießt die Firma Schüle Druckguss Aluminiumteile für die Autoindustrie. Nun hat sie einen Insolvenzantrag gestellt. Die Suche nach einem Käufer beginnt.

Der nächste Zulieferer der deutschen Autoindustrie kämpft um seine Zukunft: Die Julius Schüle Druckguss GmbH aus Schwäbisch Gmünd hat beim Amtsgericht Aalen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht ordnete am 18. September ein Schutzschirmverfahren an.

Betroffen sind 152 Beschäftigte am Stammsitz auf der Ostalb. Sie dienen als verlängerte Werkbank für die Kunden der deutschen Gesellschaft. Insgesamt beschäftigt die Gruppe an ihren drei Standorten nach eigenen Angaben rund 680 Menschen, der Umsatz lag im Geschäftsjahr 2025 bei etwa 110,9 Millionen Euro. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind nach Unternehmensangaben für drei Monate bis Ende November über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.

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Bei der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt und steuert die Sanierung selbst, überwacht von einem gerichtlich bestellten Sachwalter, der die Interessen der Gläubiger im Blick hat. Der Geschäftsbetrieb der deutschen Gesellschaft soll nach Unternehmensangaben uneingeschränkt fortgesetzt werden.

"Ich bedauere, dass wir den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung stellen mussten", erklärte Geschäftsführer Michael Eidecker laut "Schwäbischer Zeitung". Er sei zuversichtlich, die bereits begonnene Restrukturierung im Rahmen des Verfahrens erfolgreich abschließen zu können.

Unterstützung erhält die Geschäftsführung von dem Stuttgarter Rechtsanwalt Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger, der für die Dauer des Verfahrens als Generalbevollmächtigter in das Unternehmen eintritt. Das Unternehmen sei personell und technisch sehr gut aufgestellt, agiere jedoch in sehr schwierigen Märkten, wird Mucha zitiert. Zeitnah solle die Suche nach einem geeigneten Investor beginnen.

Als Gründe für die Schieflage nennt das Unternehmen den Wettbewerbsdruck aus Niedriglohnländern, Überkapazitäten am Markt sowie rückläufige Absatzmengen und Margen – letzteres vor allem im Geschäft mit der Automobilbranche.

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Die Schwierigkeiten reichen Jahre zurück. Nach Angaben aus veröffentlichten Jahresabschlüssen schrieb die deutsche Gesellschaft 2023 einen Verlust von 4,8 Millionen Euro, 2024 verdoppelte sich das Minus auf 9,6 Millionen. Schon damals hatte das 1951 gegründete Familienunternehmen einen Stellenabbau am Stammsitz angekündigt – dem Bericht zufolge standen rund 40 Arbeitsplätze auf der Kippe, begründet mit der schlechten Auftragslage aus der Autoindustrie. Neben Autoteilen fertigt Schüle auch für Hersteller von Heizungssystemen und seit 2025 für die Medizintechnik.

Damit steht Schüle für ein Muster, das sich in der Branche wiederholt. Die Beratungsgesellschaft FalkenSteg zählte 2025 bundesweit 59 Großinsolvenzen bei Autozulieferern mit mehr als zehn Millionen Euro Umsatz und erwartet für 2026 rund 62 Fälle. Wie schwer sich ausgerechnet im Aluminiumdruckguss Käufer finden lassen, zeigte zuletzt die thüringische AE Group: Sie fand trotz intensiver Suche keinen Investor, ihre Werke in Gerstungen und Nentershausen schlossen Ende 2025.

Auch in unmittelbarer Nachbarschaft endete ein Verfahren zuletzt ohne Rettung. Der Zerspanungsspezialist ROKU Mechanik aus Unterschneidheim, ebenfalls in Eigenverwaltung und ebenfalls von Mucha begleitet, stellt zum Jahresende den Betrieb ein; rund 145 Arbeitsplätze fallen weg. Man habe zweimal kurz vor dem Abschluss mit Investoren gestanden, teilte Mucha Anfang September mit. Wesentlicher Grund für die Absagen sei die branchenbedingt schwierige Auftragslage gewesen.

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