Insolvenz bei Deko-Kette: Depot muss weitere Filialen schließen
Insolvente Deko-Kette Depot stellt Hunderte Mitarbeiter frei Von t-online, jha 01.08.2026 - 16:23 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Der Einzelhändler Depot hat in den letzten Jahren hunderte Filialen geschlossen. Es dürften noch deutlich weniger werden. Auch viele Mitarbeiter müssen gehen. Die Deko-Kette Depot hat rund 330 Beschäftigte zum 1. August freigestellt. Das hat Inhaber und Gründerenkel Christian Gries in einer internen Botschaft mitgeteilt, wie die "Lebensmittel Zeitung" (LZ) berichtet. Betroffen sind demnach etwa 220 Mitarbeiter aus den Filialen sowie 110 aus der Zentrale und dem Außendienst. Sie erhalten ihr Juli-Gehalt noch über das Insolvenzgeld, ab August aber kein Entgelt mehr. Demnach reicht die Insolvenzmasse nicht aus, um ihre Gehälter noch zu zahlen. Depot wurde 1948 als Großhandel für künstliche Früchte und Christbaumschmuck gegründet, seit den 1990er-Jahren verkauft das Unternehmen Dekorationsartikel an Endkunden. Das Filialgeschäft betreibt heute die GDC Deutschland GmbH mit Sitz in Großostheim bei Aschaffenburg. Mehr als 50 Filialen: Große Bäckerei-Kette ist insolvent Insolvenz in Eigenverwaltung: Das passiert mit Unternehmen nach einer Pleite Aufgrund einer wirtschaftlichen Schieflage hat das Unternehmen im Mai beim Amtsgericht Aschaffenburg ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Bislang läuft ein vorläufiges Verfahren. Gries geht laut dem LZ-Bericht davon aus, dass das Gericht das Verfahren im August eröffnet; eine Bestätigung des Gerichts lag zunächst nicht vor. Deutlich mehr Depot-Standorte fallen weg Depot ging laut der Hamburger Kanzlei Reimer, die den Sachwalter Thomas Rittmeister stellt, mit rund 1.200 Beschäftigten und 155 geöffneten Filialen in die Insolvenz in Eigenverwaltung. Dann kündigte das Unternehmen im Juni bereits die Schließung von 66 Standorten an. Dabei soll es aber laut dem LZ-Bericht nicht bleiben. Künftig sollen neben dem Onlinegeschäft und den Shop-in-Shop-Flächen nur noch 50 Filialen weiterlaufen. Damit müssten 39 weitere Läden schließen. Von den im Mai noch existierenden 155 Standorten fielen dann also 105 Läden weg. Dabei ging Depot erst vor zwei Jahren durch einen schmerzhaften Schrumpfungsprozess. Zweite Insolvenz in zwei Jahren Schon 2024 musste die GDC Deutschland GmbH in die Insolvenz. Das Verfahren kostete Depot 250 Läden und 2.000 gestrichenen Stellen. Zeitweise betrieb die Unternehmensgruppe rund 500 Filialen in Deutschland und beschäftigte Ende 2021 gut 6.000 Menschen. Bliebe es bei 50 Läden, wäre also nur noch ein Zehntel übrig. Auch die Auslandsgesellschaften gerieten in Schieflage: Die österreichische Tochter meldete 2024 Insolvenz an, die Schweizer Depot CH AG schloss Anfang 2025 alle 34 Filialen. Als Gründe für die anhaltende Krise nannte Gries im Mai gestiegene Importzölle, den Wettbewerb durch asiatische Online-Handelsplattformen wie Temu und Shein und die Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Sachwalter Rittmeister erklärte damals, die Eigenverwaltung ermögliche dem Unternehmen, "das Geschäftsmodell unter geordneten Bedingungen anzupassen". Offenbar kann es jetzt nur noch deutlich kleiner weitergehen, als zuvor.