Insolvenz: Chemiewerk schließt für immer seine Tore - 400 Jobs weg
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Leuna (Sachsen-Anhalt) – Das Millionen-Rettungspaket konnte den Absturz nicht verhindern. Und auch die Suche nach einem Investor für das Chemiewerk in Leuna ist gescheitert. Jetzt werden die Anlagen abgeschaltet, rund 400 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs.
„Es hat sich kein Investor gefunden. Aus eigener Kraft ist ein weiterer Betrieb nicht finanzierbar“, sagt Geschäftsführer Martin Naundorf zur BILD. Damit ist das endgültige Aus der Produktionsanlage der Leuna Polyamid GmbH nach der Insolvenz beschlossene Sache.
Warum das Chemiewerk dichtmacht
Selbst die letzten beiden Interessenten sprangen kurz vor Schluss ab. Als Grund gibt der Geschäftsführer das Risiko am Rohstoffmarkt an. Seit dem Insolvenzantrag im Juni sind die Erdgaspreise um rund 80 Prozent gestiegen. „Wir hatten im Juni einen durchschnittlichen Erdgaspreis von knapp 45 Euro und sehen aktuell Preise zwischen 75 und 80 Euro“, so Naundorf. Das treibt in Leuna nicht nur die Kosten für Energie, sondern auch für weitere Grundstoffe der Chemieproduktion am Standort in die Höhe. Dazu kämen eine schwache Nachfrage und „der Preisdruck vor allem durch chinesische Importe“.
Zweite Insolvenz in kurzer Zeit
Für die Belegschaft ist das ein erneuter Schock. Erst im Frühjahr 2026 schien die Rettung des Standorts gelungen zu sein. Die eigens gegründete Leuna Polyamid GmbH hatte das Werk zum 1. April vom insolventen Betreiber Domo Caproleuna übernommen . Doch die Zuversicht hielt nur wenige Monate. Bereits zweieinhalb Monate nach dem Neustart musste Leuna Polyamid selbst Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen. Die Geschäftsführung verwies auf drastisch gestiegene Preise für Rohstoffe und einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf.
Wann der Betrieb eingestellt wird
Noch bis Ende September soll produziert werden, damit laufende Kundenaufträge erfüllt werden können. Das kontrollierte Herunterfahren, der sogenannte Abfahrbetrieb, dauert 15 bis 20 Tage. „Wir werden gemeinsam mit der Arbeitsagentur und vielen Unternehmen am Standort nach Perspektiven für die Beschäftigten suchen. Punktuell gibt es Ansätze für die weitere Nutzung bestehender Objekte und Anlagen. Die Umsetzung wird dann Aufgabe der Insolvenzverwaltung sein“, erklärt Naundorf.
Was das Aus der Fabrik bedeutet
Wie viele Jobs am Ende gerettet werden können, ist derzeit völlig offen. Die Schließung trifft nicht nur die Belegschaft. Das Werk ist Teil des Chemieverbunds in Leuna. Dort hängen viele Betriebe voneinander ab, liefern Vorprodukte, Energie oder Dienstleistungen. Fällt ein wichtiger Produktionsbereich weg, wirkt sich das auf andere Unternehmen am Standort aus.
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