Insolvenz: Deutsche Maschinenfabrik nach mehr als 130 Jahren pleite
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Wurzen – Zu wenig Aufträge, zu viel internationale Konkurrenz, zu hohe Kosten. Eine deutsche Maschinenfabrik trieb das nach mehr als 130 Jahren in die Pleite. Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet. 120 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Förderschnecken, Becherwerke, Trogkettenförderer oder Gurtförderer sind das Spezialgebiet der WUTRA Fördertechnik GmbH aus Wurzen in Sachsen . Am 11. Juni hat das Amtsgericht Leipzig das Sanierungsverfahren in Eigenverantwortung für das Unternehmen, das zur KAFRIL-Gruppe gehört, beschlossen. Als Sachwalter wurde Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus bestellt. Die Produktion läuft zunächst weiter, während das Unternehmen neu aufgestellt werden soll. Die Gründe für die Insolvenz Der Fördertechnik-Spezialist geriet Mitte des Jahres 2025 vor allem durch die stark gesunkenen Aufträge in wirtschaftliche Schieflage. Auch die steigenden Material-, Arbeits- und Energiekosten und anhaltende Störungen in den Lieferketten machten dem Unternehmen zu schaffen. Laut der Kanzlei Voigt-Salus sei das Unternehmen aber zukunftsfähig. Mitarbeiter, Kunden und Partner seien informiert worden und stünden hinter WUTRA. Die Zusammenarbeit mit den Lieferanten und weiteren Gläubigern sei vertrauensvoll. Katrin Weist, Geschäftsführerin von WUTRA, sieht in der Insolvenz eine Chance: „Der Rückhalt von allen Seiten bedeutet uns sehr viel und gibt uns die nötige Kraft und Zuversicht für die nächsten Schritte. Besonders möchte ich unseren Mitarbeitern danken: Ihre Loyalität, ihre Treue und ihr täglicher Einsatz ermöglichen es uns, die Neuaufstellung entschlossen anzugehen. Gemeinsam richten wir nun den Blick nach vorn und stellen die Weichen für die Zukunft.“ Was die Pleite für die Mitarbeiter bedeutet Um die 120 Mitarbeiter zu bezahlen, werden ihre Löhne und Gehälter von der Arbeitsagentur im Rahmen des Insolvenzgeldes vorfinanziert. Das Unternehmen probiere gerade neue Märkte aus und versuche, Neukunden zu gewinnen, heißt es. Erste Erfolge seien erkennbar. Ein Sanierungsteam aus Rechtsanwälten und Finanzexperten prüft jetzt Optimierungsmöglichkeiten, um das Unternehmen wieder wirtschaftlich zu machen. Die Gesamtleistung soll gesteigert werden. Auch der Einstieg eines Investors wäre denkbar.