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Insolvenz von großer Fluggesellschaft

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Große Fluggesellschaft ist insolvent – Airline fliegt auch München, Berlin und Frankfurt an

Von: Richard Strobl

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Jetzt ist auch eine große, internationale Airline in der Insolvenz. Der Flugbetrieb soll weitergehen, heißt es. Die Fluggesellschaft hatte schon länger finanzielle Probleme.

Riga – An den fünf größten Flughäfen Deutschlands ist Air Baltic ein Stammgast. Jetzt hat die internationale Airline Insolvenz angemeldet. Nach dpa‑Angaben hat man Gläubigerschutz in den USA beantragt. Flugbetrieb und Flugpläne seien nicht betroffen, hieß es in der Mitteilung des Staatsunternehmens, das sich seit Längerem in finanzieller Schieflage befindet.

„Wir werden den Geschäftsbetrieb wie gewohnt fortführen“, betonte Unternehmenschef Erno Hildén auf einer Pressekonferenz anlässlich der Insolvenz in Riga. „Unser Ziel ist es, unsere Schulden grundlegend zu restrukturieren und mit unseren Vertragspartnern eine Einigung über diese Verpflichtungen zu erzielen.“ Aufgrund der internationalen Ausrichtung und der Vielzahl an Vertragspartnern entschied man sich für ein Verfahren nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts.

Insolvenz von großer Airline Air Baltic – so soll es weitergehen

Das Unternehmen in Riga teilte mit, dass der Insolvenzantrag freiwillig nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts gestellt wurde. Dieses Verfahren ermöglicht eine finanzielle Restrukturierung unter gerichtlicher Aufsicht. Der US-Gläubigerschutz steht auch Unternehmen außerhalb der USA offen, da die rechtlichen Hürden niedrig sind.

Mit der Einleitung des Gläubigerschutzverfahrens erhielt Air Baltic von Kreditgebern die verbindliche Zusage für 350 Millionen Euro an neuen Finanzmitteln zu einem Zinssatz von 12 Prozent. Diese Mittel sollen die Liquidität und den laufenden Betrieb des Unternehmens sichern, wie die Fluggesellschaft und die Staatskanzlei in Riga mitteilten. Air Baltic plant, das Verfahren bis etwa Juni 2027 abzuschließen.

Der lettische Regierungschef Andris Kulbergs sagte: „Ich betrachte diese Lösung als eine der besten Möglichkeiten, die Überlebensfähigkeit von Air Baltic sicherzustellen, da sie die notwendigen Instrumente und Zeit bietet, um den entwickelten Restrukturierungsplan umzusetzen.“ Das Unternehmen beginnt nun mit der seit Jahren aufgeschobenen Bereinigung seiner Schulden und Verbindlichkeiten.

Über Air Baltic:

Air Baltic fliegt in Deutschland die fünf größten Flughäfen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München an. Das Unternehmen sitzt in Riga und ist die größte Fluggesellschaft in den baltischen Staaten. Sie fliegt von ihrem Drehkreuz Riga zu mehr als 70 Zielen, bietet aber weder Flüge in die USA noch innerhalb der Staaten an. Größter Anteilseigner ist mit mehr als 88 Prozent der lettische Staat. Die Lufthansa ist seit vergangenem Jahr mit zehn Prozent an der Airline beteiligt.

Lettlands Regierung musste mit Kapitalerhöhungen wiederholt das Überleben des Unternehmens sichern, das durch Folgen der Corona-Pandemie und durch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine in finanzielle Schieflage geraten war. Der seit Längerem geplante Börsengang wurde mehrmals verschoben.

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