Insolvenz: Wie vielen Filialen von Galeria sofortige Schließung droht
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Berlin – Die Kaufhaus-Kette Galeria ist schon wieder pleite. Am Freitag stellte die Geschäftsführung Insolvenzantrag: den 4. innerhalb von 6 Jahren! Fast 12.000 Mitarbeiter bangen jetzt um ihre Jobs. Mehr als 30 der 83 Filialen stehen akut vor dem Aus.
Grund für den neuen Antrag auf Insolvenz : Umsatz-Absturz und ein plötzliches Finanzloch von 36 Millionen Euro, erfuhr BILD. Nur mit Mühe konnte Firmenchef Tilo Hellenbock (50) vergangene Woche die Septemberlöhne noch zahlen.
Galeria-Miteigentümer Bernd Beetz (76) ist entsprechend sauer. Er halte die Insolvenz von Galeria „grundsätzlich für vermeidbar“, so Beetz zu BILD. Er kritisiert, dass der Umbau der Kaufhauskette zu langsam geschieht. „Galeria muss sich wieder konsequent am Kunden orientieren“, sagt Beetz. Dazu zählten „attraktive Ware, gute Beratung“, „überzeugendes Einkaufserlebnis“.
Wann Filialen schließen müssen
Als vorläufiger Insolvenzverwalter ist Frank Kebekus (63) eingesetzt. Er leitet jetzt die Geschicke und braucht schnell frisches Geld. Sonst drohen sehr zügig Filialschließungen und Kündigungen . Denn: Galeria bekommt dieses Mal voraussichtlich KEIN Insolvenzgeld. Arbeitsrechtler Prof. Gregor Thüsing (55) von der Universität Bonn zu BILD: „Zunächst bleibt Galeria selbst zur Zahlung verpflichtet.“ Entscheidend sei, ob Galeria selbst zahlen kann oder eine andere Finanzierung findet.
So steht es um die Gehälter der Mitarbeiter
Handelsexperte Johannes Berentzen (47) zu BILD: „Die Septembergehälter sind gezahlt. Für die kommenden Monate gibt es keine belastbare Garantie.“
Kriterien für die Schließung
Berentzen erwartet einen harten Schnitt. Schon vor dem Insolvenzantrag standen 33 Häuser auf dem Prüfstand. Seine Prognose: Galeria könnte auf 40 bis 50 Standorte schrumpfen. Entscheidend seien Ertragskraft, Miete und ein tragfähiges Konzept. Berentzen: „Wer bei allen drei Kriterien keine Antwort hat, steht auf der Streichliste.“ Das lange Sterben des Kaufhausriesen geht voraussichtlich weiter.
Hoffnungen ruhen nun u. a. auf Gordon Brothers. Der US-Investor hatte zwar am Donnerstag eine Finanzspritze verweigert. Er könnte aber noch rund 40 Millionen Euro lockermachen, hieß es in der Branche. Das könnte zumindest den Weiterbetrieb der Warenhäuser und Jobs bis Weihnachten sichern.
Galeria wollte sich auf BILD-Anfrage nicht äußern.