Institut der deutschen Wirtschaft: Mehr als eine Million Babyboomer gehen vorzeitig in Rente
Die Zahl der vorzeitig in Rente gehenden Babyboomer ist im vergangenen Jahr gestiegen. Von den rund sechs Millionen Boomern in Altersrente verließen 1,1 Millionen vorzeitig den Arbeitsmarkt, wie aus einer neuen Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. Die Forscherinnen und Forscher des IW gehen auch in den kommenden Jahren von einer sich weiter fortsetzenden »früheren Inanspruchnahme der Frührente« aus. Insgesamt gab es 2024 19,3 Millionen Babyboomer, also Angehörige besonders geburtenstarker Jahrgänge. In dem Bericht identifizieren die Forscherinnen eine Lücke zwischen dem sich schrittweise erhöhenden Renteneintrittsalter und der realen Lebensarbeitszeit. Die Regelaltersgrenze stieg im Zeitraum zwischen 2012 und 2024 um zwölf Monate. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich das durchschnittliche Zugangsalter »lediglich um acht Monate«. Grund dafür seien die Möglichkeiten des vorzeitigen Renteneintritts. »Die Frührenten laufen dem ursprünglichen Ziel der Politik entgegen, mit der Anhebung der Regelaltersgrenze die Lebensarbeitszeit zu verlängern«, schrieben die Forscherinnen. Empfehlungen der Rentenkommission Zu den zuletzt vorgestellten Empfehlungen der Rentenkommission der Bundesregierung zählt auch die Streichung des abschlagsfreien, vorzeitigen Renteneintritts. Das arbeitgebernahe IW begrüßte die Pläne. Diese seien »zentral, um das durchschnittliche Rentenzugangsalter zu erhöhen«. Das Institut mahnte eine zeitnahe Umsetzung der Reform an, um »möglichst viele Babyboomer länger im Arbeitsmarkt zu halten und zu verhindern, dass die Wirkung durch Ausnahmen wieder abgeschwächt wird«.