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Insulinsignalweg im Gehirn mit Licht anschalten

Allgemein

Forschende der Ruhr-Universität Bochum haben ein neuartiges optogenetisches Werkzeug namens InLOV entwickelt, das Insulinsignale im Gehirn gezielt durch Licht steuerbar macht. Insulin reguliert nicht nur den Blutzucker, sondern spielt auch eine Schlüsselrolle für das Lernen und die Plastizität von Nervenzellen. Mithilfe von InLOV zeigte das Team um Dr. Bianca Preissing und Privatdozentin Dr. Ida Siveke in Mäusen, dass Insulinsignale im Kleinhirn bestimmte Formen der räumlichen Orientierung steuern. Die Forschenden vom Lehrstuhl für Allgemeine Zoologie und Neurobiologie berichten über die Ergebnisse in der Zeitschrift „iScience“ vom 17. Juli 2026.

Insulinsignale präzise steuern

Insulinsignale im Gehirn werden herkömmlicherweise mit pharmakologischen Methoden untersucht, also durch Gabe einer Substanz, die Insulinrezeptoren aktiviert oder blockiert. Viel präziser lassen sich die Rezeptoren jedoch durch optogenetische Methoden steuern. Dazu fusionierten die Bochumer Forschenden ein lichtsensitives Protein mit einem Teil des Insulinrezeptors von Mäusen, sodass sich durch blaues Licht der Insulinsignalweg anschalten lässt. Sie schleusten das veränderte Protein in bestimmte Zellen des Kleinhirns ein, die sogenannten Purkinkje-Zellen, welche für die Motorik und das räumliche Lernen entscheidend sind.

Bessere Navigation im Dunkeln

Aktivierte das Team den Insulinsignalweg, löste das in den Purkinje-Zellen einen typischen Gedächtniseffekt, die sogenannte Langzeit-Depression aus; das heißt, die Synapsenstärke der Zellen schwächte sich ab. In Verhaltenstests zeigten die Mäuse zugleich bessere Navigationsfähigkeiten – vor allem im Dunkeln, wenn sie auf Informationen über ihre eigenen Bewegungen angewiesen waren.

Die Studie liefert somit nicht nur ein neues Werkzeug für die Untersuchung von Insulin-induzierten Modulationen, sondern zeigt zugleich, dass diese im Kleinhirn die Verarbeitung von Bewegungsdaten verbessern.

„Mit InLOV können wir zum ersten Mal gezielt untersuchen, wie und wann Insulin in einzelnen Zelltypen und Hirnregionen wirkt – mit einer Präzision, die mit klassischen pharmakologischen Methoden nicht möglich war“, resümiert Ida Siveke. „Außerdem gibt uns InLOV die Möglichkeit, in anderen Regionen des Körpers durch Licht den Insulinsignalweg nicht nur zu untersuchen, sondern auch zu aktivieren. Langfristig könnten sich daraus neue Ansätze für Therapien zum Beispiel gegen Insulin-Resistenzen ergeben.“

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