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Intensivpatienten: Albträume im Koma! Was das Gehirn dabei wirklich erlebt

Unterhaltung

TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Nach mehreren Wochen im künstlichen Koma kämpft sich Ralph Siegel (80) zurück ins Leben. Gegenüber BILD berichtet er von schrecklichen Albträumen während dieser Zeit, die ihn bis heute verfolgen. Viele Menschen wachen aus dem Koma auf und erzählen von Bildern, die sie nie vergessen. Von Angst. Von fremden Orten. Von realistischen Gefühlen. Der Grund: Das Gehirn war im Ausnahmezustand. Medikamente, Licht, Lärm – das Gehirn im Ausnahmezustand Auf der Intensivstation kommt vieles zusammen. Der Körper kämpft. Das Gehirn bekommt Beruhigungs- und Schmerzmittel. Der Schlaf ist gestört. Tag und Nacht verschwimmen. Dazu kommen Stress, Beatmung, Geräusche und Licht. Diese Mischung kann Träume, Halluzinationen und wirre Erinnerungen begünstigen. Daher kommt es auch immer wieder zu traumatischen Erlebnissen im Traum. Bewusstseinsstörung verursacht heftige Träume Eine Studie zeigt, wie häufig das ist: Fast acht von zehn befragten ehemaligen Intensivpatienten berichteten von Traumerlebnissen. Viele beschrieben sie als lebensecht. Fast die Hälfte verband sie mit negativen Gefühlen. Viele konnten Traum, Halluzination und Verwirrung (Delirium) nicht sicher auseinanderhalten. Wichtig: Das ist nicht einfach „Einbildung“. Für Betroffene kann es sich im Moment völlig real anfühlen. In einer weiteren Studie zu Wahn-Erinnerungen nach Intensivbehandlung erzählten Patienten etwa von Fesseln, Käfigen, Ersticken oder fremden Welten. Die Erlebnisse waren für sie sehr wirklich und sehr beängstigend. Ein Koma ist kein normaler Schlaf Fachlich handelt es sich um die schwerste Form einer Bewusstseinsstörung. „Der Zustand des Komas ist ein sehr spannendes und noch wenig erforschtes Phänomen“, sagt der Neurologe Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz. Neue Studien deuteten darauf hin, dass Koma-Patienten möglicherweise mehr von ihrer Umgebung wahrnehmen, als lange angenommen wurde. Mithilfe von EEG- und MRT-Untersuchungen hätten Forscher zeigen können, dass manche Patienten auf Aufforderungen wie „Bewegen Sie Ihre Hand“ im Gehirn reagieren, obwohl äußerlich keine Bewegung zu erkennen ist. Dieses Phänomen wird als „verborgenes Bewusstsein“ (covert consciousness) bezeichnet. „Wir wissen nicht genau, was die Patienten wirklich wahrnehmen“, sagt Kleinschnitz. Deshalb solle man etwa bei Visiten am Krankenbett mit Aussagen über Prognose oder Krankheitsschwere vorsichtig sein. Warum manche Koma-Patienten Albträume haben – und andere nicht

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