DAX -1,18 % 26.128,36 Pkt 18:00:00 MDAX -1,92 % 31.839,83 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,95 % 6.468,17 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,72 % 53.343,40 Pkt 22:40:06 S&P 500 -1,21 % 7.691,76 Pkt 22:38:24 Nasdaq -1,64 % 26.289,71 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,57 % 65.724,25 Pkt 04:35:03 Gold -0,19 % 4.409,50 USD 04:45:14 Silber -4,59 % 63,09 USD 04:44:43 Brent +0,79 % 91,59 USD 04:45:06 WTI +0,25 % 84,71 USD 04:45:11 Bitcoin -0,60 % 64.293,08 USD 04:55:14 EUR/USD +0,02 % 1,15850 USD 04:54:57 EUR/GBP +0,07 % 0,85540 GBP 04:55:16 EUR/CHF +0,11 % 0,93990 CHF 04:55:16 EUR/JPY +0,02 % 184,561 JPY 04:55:16

Internationale Computerspielesammlung (ICS) steht vor dem Aus

Unterhaltung

1,5 Millionen Euro sind in den Aufbau der Internationalen Computerspielesammlung (ICS) geflossen – jetzt droht das vorläufige Aus. Seit 2012 verfolgten die Initiatoren das Ziel, die „weltweit größte Sammlung digitaler Spiele“ zusammenzutragen – mit mehr als 60.000 Computer- und Videospielen auf Modul, Diskette, CD, DVD und Blu-Ray-Disc, dazu Verpackungen, Handbücher, Werbematerialien und Hardware. Unter anderem sollten die üppigen Bestände der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und des Computerspielemuseums in das Archiv einfließen – auch als Grundlage für Forschung und Bildung. Die damalige Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) sprach beim Start der Datenbank von einem „weltweit einmaligen Aushängeschild – sowohl für den Games- als auch für den Wissenschaftsstandort Deutschland“. 2023 erfolgte schließlich die Gründung einer gemeinnützigen GmbH, die bis Ende 2025 als öffentlich gefördertes Projekt alle Exponate erfasst, organisatorische Strukturen aufgebaut und die bestehende Datenbank weiteentwickelt hat. Der Berliner Senat und der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien haben die ICS mit 1,5 Mio. € unterstützt – diese Phase ist seit Ende April 2026 abgeschlossen. Im „Fortschrittsbericht“ der Berliner Senatsverwaltung warnte Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) bereits im Frühjahr, das „eine über den Zeitraum bis April 2026 gehende institutionelle Förderung durch den Bund und das Land Berlin zurzeit noch nicht gewährleistet“ sei. Weitere Gespräche sollten folgen – auch mit Bundesministerien. Internationale Computerspielesammlung (ICS) steht vor dem Aus Am heutigen Freitag mussten die Initiatoren einräumen, dass ein öffentlich zugängliches, dauerhaftes Archiv „durch das Fehlen der notwendigen öffentlichen Unterstützung“ nicht realisierbar sei. Die Gesellschafter haben deshalb einstimmig entschlossen, das Projekt der ICS unter diesen Umständen nicht weiterzuverfolgen. In einer Stellungnahme heißt es: „Das Aus für die ICS ist aus unserer Sicht sehr bedauerlich – wenn wir auch Verständnis für die politischen Gründe haben. Wir sind weiterhin überzeugt, dass es wie bei anderen Medien auch eine öffentliche Aufgabe ist, das Kulturmedium Games zu bewahren. Wir hoffen, dass dies in anderer Form in Zukunft doch noch umgesetzt wird. Dabei werden nicht nur die Erkenntnisse und Vorarbeiten der ICS helfen, sondern alle Gesellschafter stehen auch individuell als Partner zur Verfügung.“ Das CSU-geführte Bundesforschungsministerium (BMFTR), das seit Mai 2025 für die Games-Politik im Land zuständig ist, teilt auf GamesWirtschaft-Anfrage mit: „Der nächste Schritt wäre die dauerhafte Etablierung der ICS als physische Einrichtung, mit eigenen Archivräumen und Arbeitsplätzen zur Nutzung des Archivguts. Da dafür eine längerfristige Finanzierung benötigt wird, wäre eine sogenannte ‚Institutionelle Förderung‘ notwendig, die jedoch an hohe haushaltsrechtliche Hürden geknüpft ist. Die Möglichkeit einer institutionellen Förderung wurde im BMFTR geprüft, ist jedoch aktuell für die ICS nicht umsetzbar.“ Eine Sprecherin von Giffeys Wirtschafts-Behörde bestätigt auf Anfrage, dass das erwähnte Konzept vom zuständigen Bundesministerium „nach Prüfung als nicht tragfähig bewertet“ und daher zurückgewiesen wurde. Ein Abschlussbericht vom 4. Juni (PDF) weist darauf hin, dass der Vorschlag „in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit und den beschriebenen Aufgabenumfang der ICS weit über den bisherigen Umfang“ hinausreicht. Die finanziellen Belastungen würden die Kernaufgaben der Sammlung übersteigen. Der Berliner Senatsverwaltung lägen darüber hinaus „keine Informationen“ über die weiteren Planungen zum Fortbestand der ICS vor: „Da es sich bei der ICS um eine reine Sammlungs- und Forschungsstruktur zur Wahrung des digital-interaktiven Kulturerbes handelt, ist eine fachliche Zuständigkeit oder finanzielle Förderung durch die Wirtschaftsverwaltung leider nicht möglich.“

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