Internetverbindung gekappt: Finnland trennt Kabel zu Russland
Verbindung nach Europa Finnland kappt wichtige russische Internet-Leitung Von t-online, jha 30.07.2026 - 19:16 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Russland ist für stabile Internetverbindungen ins Ausland von Finnland abhängig. Jetzt trennt der Nachbar die Kabel. Der finnische Stromnetzbetreiber Fingrid hat bestätigt, dass er eine Glasfaserverbindung nach Russland stilllegt. Der Mietvertrag mit dem russischen Telekomunternehmen, das einen finnisch-russischen Strommasten nutzt, läuft aus. Verlängern will Fingrid ihn nicht, sagte das Unternehmen der Zeitung "Helsingin Sanomat". Zuerst berichtet hatte die russische Wirtschaftszeitung "Kommersant": Nach Angaben einer ihrer Quellen sollen die Kabel abgetrennt und die Masten abgebaut werden. Dass zwischen Finnland und Russland überhaupt Daten über Strommasten laufen, ist ein Nebeneffekt des Energiegeschäfts. An der Hochspannungstrasse zwischen den Umspannwerken Wyborgskaja und Yllikkälä/Kymi verlaufen auch Glasfaserkabel. Das Stromgeschäft endete allerdings schon im Mai 2022. Die russische Firma RAO Nordic stoppte ihre Lieferungen nach Finnland und begründete das mit ausbleibenden Zahlungen für Strom. Der Stopp fiel mit Finnlands Entscheidung für einen Nato-Beitritt zusammen. Seither trägt die Trasse nur noch Internetkabel. Die Masten allein für die Telekommunikation zu warten, lohne sich jedoch weder für die russische, noch für die finnische Seite, sagt eine Branchenquelle zu "Kommersant". Der Krieg beendete den Stromhandel – jetzt nimmt er die Datenleitung mit. Für Verbraucher ändert sich wenig "Kommersant" schätzt, dass seit 2022 rund 60 bis 70 Prozent des russischen Datenverkehrs mit dem europäischen Ausland über Finnland laufen. Bis zu 30 Prozent aller Verbindungen zwischen beiden Ländern verlaufen demnach entlang der Stromtrassen. Fingrid widerspricht: Es handle sich um eine sehr kleine Leitung. Anders als "Kommersant", das von mehreren Kabeln spricht, geht Fingrid von einem einzigen aus. Russische Anbieter verhandeln jetzt über Ersatzrouten. Anton Prokopenko, Produktdirektor beim Anbieter Vigo, sagte der Zeitung, die Stilllegung könne die Qualität der Dienste im Nordwesten Russlands beeinträchtigen. Finnland sei aber nicht der einzige Transitweg: Verbindungen führen auch über Belarus, die baltischen Staaten und Unterseekabel in der Ostsee. Reichten die Ausweichrouten nicht aus, drohten laut Prokopenko längere Verzögerungen und ein schlechterer Zugang zu ausländischen Internetdiensten, vor allem im europäischen Teil Russlands. "Helsingin Sanomat" zufolge werden Verbraucher davon kaum etwas bemerken, die Verzögerung zwischen beiden Ländern könnte leicht steigen. Für Nutzer in Europa ändert sich jedoch wohl nichts.