Investitionen in den USA
Er nehme aber ernst, dass der Rahmen der Ankündigung als politisches Signal wahrgenommen worden sei, erklärte Döllner weiter. Man stehe zu den Werten des Unternehmens, trage aber ebenso Verantwortung für die wirtschaftliche Zukunft von Audi.
VW-Konzernbetriebsratschefin Cavallo warf Döllner vor, sich zur Marionette in Trumps Propaganda-Show gemacht zu haben. Die IG-Metall-Vorsitzende Benner bezeichnete das Verhalten als unwürdig. Der niedersächsische Ministerpräsident Lies von der SPD erklärte, Wahlkampfveranstaltungen seien nicht der richtige Ort für die Ankündigung von Investitionen.
Verstoß gegen eigene Leitlinien?
Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hatte Döllner vor rund einem halben Jahr eine Selbstverpflichtung unterzeichnet. Demnach dürften "in den drei letzten Monaten vor Wahlen keine öffentlich wirksamen Termine" mit beteiligten Parteien oder Politikern mehr wahrgenommen werden. Audi verpflichte sich zudem zu Neutralität im Umgang mit Parteien und Interessengruppen, heißt es dort weiter.
"Betriebswirtschaftliche Entscheidung"
Professor Benedikt Maier vom Institut für Automobilwirtschaft sagte im Deutschlandfunk , Audi führe schon seit Jahrzehnten eine Diskussion über ein Werk in den USA. Trumps Zölle seien jetzt nur das Zünglein an der Waage gewesen, die Pläne umzusetzen.
Die Vereinigten Staaten seien ein großer Absatzmarkt für das Unternehmen. Letzten Endes sei es eine betriebswirtschaftliche Entscheidung gewesen, die unglücklicherweise auf Trumps Wahlkampfveranstaltung verkündet worden sei. Das Thema sei für Audi-Chef Döllner daher noch nicht vom Tisch, erklärte Maier.
Diese Nachricht wurde am 27.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.