Investor übernimmt Girondins Bordeaux für symbolischen Euro
Dieser Artikel erschien erstmals am 30.09. um 15:08 Uhr und wurde nun mit weiteren Informationen aktualisiert.
Der tief gefallene französische Traditionsklub Girondins Bordeaux bekommt einen neuen Besitzer. Wie der Verein bekannt gab, wurde eine Vereinbarung zwischen dem US-Investmentfonds Park Bench und dem bisherigen Eigentümer Gérard López unterzeichnet. Als Preis fließt ein symbolischer Euro unter Übernahme der Schulden. Der Ex-Klub von Zinédine Zidane, Bixente Lizarazu und Johan Micoud war im Sommer von der 4. bis mindestens in die 6. Liga zwangsversetzt worden.
Update 12. Oktober, 16:50 Uhr: Girondins Bordeaux hat nach der Übernahme seine neue Führungsstruktur bekannt gegeben. Dominique Delport wird Vereinspräsident, Arnaud Cormier – zuvor Assistent – Cheftrainer und Arnaud Saint-André wurde in seiner Funktion als Geschäftsführer bestätigt. „Diese Entscheidungen markieren einen neuen Schritt in der Neuausrichtung des Vereins, mit einem gemeinsamen Ziel: den Aufbau eines soliden und nachhaltigen Projekts, das der Geschichte von Girondins Bordeaux und dem Engagement ihrer Fans treu bleibt“, heißt es in einer Vereinsmitteilung.
Mit dem Verkauf soll eine Neuverhandlung der Vereinsschulden einhergehen, wobei der Sanierungsplan auf zwölf statt zehn Jahre ausgedehnt werde, schrieb „L'Équipe“. Die Höhe der Forderungen, die zuvor bei 26 Millionen Euro lagen, würde sich auf etwa 13 Mio. Euro verringern. López dürfte seine Anteile für einen symbolischen Euro abtreten und auf seine Forderungen sowie auf seine Rückfallklausel verzichten. Die Transaktion beinhaltet zudem eine Reduzierung der Forderungen gegenüber dem Staat.
Als nächster Schritt musste Girondins Bordeaux im Rahmen des gesetzlichen Übernahmeverfahrens vor die regionale Kontrollkommission der Fußballliga Nouvelle-Aquitaine (LFNA) treten, um den Haushalt 2026/27 genehmigen und die Übernahme prüfen zu lassen. Danach werden die 32 Mitglieder des LFNA-Vorstands, die zwölf Bezirkspräsidenten und die 20 Mitstreiter von François Grenet, dem Präsidenten der LFNA, entscheiden, in welcher Liga der Klub spielen wird. Voraussichtlich in der Gruppe B der Régional 1, was der 6. Liga entspricht.
Aktuell umfasst der Kader laut TM-Datenbank 13 Spieler, von denen aber nur fünf für die Liga gültige Verträge besitzen sollen. Einige derjenigen, die im vergangenen Jahr dabei waren, dürften dem Verein aber treu bleiben. Genannt wurden die Namen der Verteidiger Ruben Droehnlé und Léo Jousselin sowie der Stürmer Baptiste Guillaume, Soufiane Bahassa und Steve Shamal.
Girondins Bordeaux wurde in seiner Geschichte sechsmal französischer Meister, zuletzt 2008/09. Zudem holte man viermal den Pokal und 1995/96 den Sieg im UI Cup. Der Traditionsklub, für den in den 80er Jahren auch deutsche Nationalspieler wie Klaus Allofs, Manfred Kaltz, Uwe Reinders oder Dieter Müller spielten, wurde bereits 2024 von der 2. in die 4. Liga strafversetzt. Ein Verkauf an den britischen Investmentfonds Sparta Capital scheiterte zuletzt. Im vergangenen Jahr hatte auch der frühere deutsche Nationaltorwart Oliver Kahn über einen Einstieg verhandelt.