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Investorenplan der FIFA UEFA will sich heute beraten - WM-Boykott steht im Raum

Allgemein

Die Europäische Fußball-Union UEFA ruft angesichts der Investorenpläne des Weltverbandes FIFA am heutigen Donnerstagnachmittag alle europäischen Mitgliedsverbände zu einer Krisensitzung zusammen. Das hat der norwegische Fußballverband dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender NRK am Mittwoch mitgeteilt. Dann sollen die Spitzen der 55 Landesverbände über das weitere Vorgehen beraten. Laut "Sky", "ESPN" und "Bloomberg" soll dabei auch über einen möglichen Boykott der Weltmeisterschaft gesprochen werden. DFB-Präsident Bernd Neuendorf ruft UEFA zur Geschlossenheit auf Bernd Neuendorf, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), nannte die Pläne ein fatales Zeichen und nicht zustimmungsfähig. "Der Fußball lebt von der Akzeptanz der Gesellschaft. Wir dürfen ihn nicht zum Spielball von Investoren machen", sagte er im Sportschau-Interview. Neuendorf appellierte an die europäischen Mitgliedsverbände. Sollte die UEFA sich geschlossen gegen den Plan stellen, werde die FIFA keine Investoren finden. FIFA will WM-Anteile an Investoren verkaufen Die FIFA und ihr Präsident Gianni Infantino planen, Anteile der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. Der Weltverband möchte hierfür eine Tochtergesellschaft namens FIFA Forward Enterprise (FFE) gründen, die alle kommerziellen Aktivitäten und Turnierorganisationen bündeln soll. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll Infantino den 211 Mitgliedsverbänden eine Frist bis zum 19. September gesetzt haben, um den Plänen zuzustimmen. Eine einfache Mehrheit soll demnach ausreichen, um die Vorhaben umzusetzen. UEFA äußert sich irritiert Die UEFA hatte sich irritiert zum Vorgehen der FIFA geäußert. "Wir haben heute erfahren, dass die FIFA den Verbänden eine Frist gesetzt hat, innerhalb derer sie ihre Vorschläge unterstützen müssen, andernfalls wird das Angebot einer einmaligen Auszahlung zurückgezogen", hieß es in einer Mitteilung der UEFA am Mittwochnachmittag: "Das sagt bereits alles, was man über diesen Plan wissen muss." Die UEFA verwies in ihrem Statement auf "erheblichen und wachsenden Widerstand gegen das Vorhaben der FIFA". Die FIFA dürfe "unseren Sport nicht weiterhin dazu nutzen, sich selbst und ihre Freunde zu bereichern", betonte der europäische Verband. CONCACAF und AFC üben Kritik Auch der Kontinentalverband CONCACAF äußerte Kritik an den Plänen und rückte insbesondere den aus ihrer Sicht intransparenten Prozess in den Fokus: "Wir sind zutiefst besorgt über das Fehlen eines ordnungsgemäßen Verfahrens", teilte der Verband für Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik gegenüber dem englischen "Guardian" mit. Ähnlich äußerte sich auch der asiatische Verband AFC, der sich sich "enttäuscht" zeigte, dass "eine Angelegenheit von solcher Tragweite an die Öffentlichkeit gelangte, bevor der AFC-Familie die Gelegenheit gegeben wurde, diese über die geeigneten und etablierten Governance-Kanäle zu prüfen und zu erörtern". Man sei der Meinung, dass "Initiativen dieser Größenordnung und Tragweite auf den Grundsätzen guter Führung, Transparenz und sinnvoller Konsultation beruhen" müssten, so der in Kuala Lumpur ansässige Verband. Afrika zeigt sich offen Afrikas Fußballverband steht den Investorenplänen der FIFA offen gegenüber. Die Confédération Africaine de Football (CAF) forderte ihre Mitgliedsverbände am Mittwoch auf, den Vorschlag zu prüfen und sich am Konsultationsprozess zu beteiligen. CAF-Präsident Patrice Motsepe berief für die kommende Woche eine Sitzung des Exekutivkomitees ein. Mit 54 Mitgliedsverbänden besitzt die CAF einen großen Stimmenblock innerhalb der FIFA. Nach der Kritik aus Nord- und Mittelamerika (CONCACAF), Europa (UEFA) sowie Asien (AFC) ist sie zudem die erste, die sich dem Vorhaben von FIFA-Präsident Gianni Infantino offen gegenüber zeigt. Motsepe hatte im Anschluss an die Weltmeisterschaft öffentlich von Infantino geschwärmt und dessen "Schlüsselrolle" in der Entwicklung des afrikanischen Fußballs gepriesen. NGO Fairsquare ruft zu weiterem Widerstand auf Die Organisation FairSquare bezeichnete die Pläne als "skandalösen Ausverkauf unseres gemeinsamen Erbes". Wie der Direktor der Organisation Nicholas McGeehan am Mittwoch auf SID-Anfrage mitteilte, gehöre der Fußball "nicht der FIFA, um ihn zu verkaufen - schon gar nicht an Private-Equity-Fonds und Organisationen, die ausschließlich daran interessiert sind, von der Popularität des Sports zu profitieren".

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