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Iran-Atomanlage Pickaxe Mountain: Trump droht mit Militärschlag

Welt

Atomanlage Pickaxe Mountain Trump will zuschlagen – doch er hat ein Problem Von t-online Aktualisiert am 15.07.2026 - 10:59 UhrLesedauer: 4 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Donald Trump spricht über die Möglichkeiten eines großen Militärschlags gegen eine mysteriöse Atomanlage im Iran. Selbst das Undenkbare scheint möglich. Vier Nächte lang dauern die neuen Kämpfe zwischen den USA und dem Iran an. Und US-Präsident Donald Trump schickte schon mal eine Vorwarnung in Richtung Teheran. Er sprach in einem Interview mit dem Sender Salem Channel Network von einem "großen, fetten Schlag direkt durch die Haustür". Die Drohung galt der iranischen Atomanlage Pickaxe Mountain in einer Bergregion im Zentrum des Iran, die die Bevölkerung Kuh-e Kolang nennt: Spitzhackenberg. "Bei ihnen läuft es nicht gut", sagte Trump über das iranische Atomprogramm. Und er fügte hinzu: "Aber wir werden wahrscheinlich relativ bald am Pickaxe losschlagen." Es gibt zahlreiche Satellitenbilder der Bunkereinrichtung südlich der iranischen Atomanlage in Natans. Doch ist weitgehend unklar, was sich in der Einrichtung tief im Innern des Bergs verbirgt. t-online blickt auf die iranische Atomanlage und Trumps militärische Optionen. Die Anlage im Pickaxe Mountain Pickaxe Mountain liegt nur wenige Kilometer entfernt von der Atomanlage in Natans. Das weit verzweigte Tunnelsystem tief im Innern des Pickaxe Mountain wurde um 2007 errichtet, nach 2020 wurden die Arbeiten vor Ort intensiviert. Es gibt mehrere Eingänge, zwei an der östlichen Seite der Anlage und zwei neuere im Westen des Geländes. Zuletzt wurden zusätzliche Zäune und Befestigungsanlagen um das Gelände gezogen. Das Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington wertete Satellitendaten zu Pickaxe Mountain aus. Aus der Gesamthöhe des Bergs von 1.608 Metern ergibt sich eine Höhendifferenz zwischen östlichem und westlichem Eingang von rund 145 Metern. Daraus schließen die CSIS-Fachleute, dass sich das Zentrum der Anlage mindestens 100 Meter im Berginnern befindet. Schwer zu erreichen, selbst für das US-Militär. Nach der US-Operation "Midnight Hammer" gegen iranische Atomanlagen im Juni 2025 beobachteten die CSIS-Experten verdächtige Aktivitäten am Pickaxe Mountain. Ihr Fazit: "Aus Satellitenaufnahmen geht eindeutig hervor, dass der Iran die Bauarbeiten an einer unterirdischen Anlage fortsetzt." Die Arbeiten am iranischen Atomprogramm Bei der Militäroperation "Midnight Hammer" im Vorjahr legte die US-Luftwaffe vorwiegend oberirdische Anlagen lahm, etwa in Natans, dem Zentrum der iranischen Urananreicherung. Satellitenbilder zeigen kurz darauf neue Aktivitäten auf dem Pickaxe Mountain. Die CSIS-Fachleute vermuten, dass der Iran Zentrifugen zur Urananreicherung dorthin verlegte. Auch bereits angereichertes Uran könnte sich im Berginnern befinden. Unmittelbar nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe im Februar nahmen die Aktivitäten auf dem Pickaxe Mountain zu. So wurden Eingänge zugeschüttet und die Befestigungsanlagen verstärkt. Die militärische Führung des Iran bereitet sich wohl auf einen Militärschlag vor. Trumps "große, fette" Option: bunkerbrechende GBU-57 Trump hatte im Juni ein Rahmenabkommen mit dem Iran vereinbart, das eine beidseitige Waffenruhe vorsah. Zwei Fragen sollten in weiteren Verhandlungen geklärt werden, beide Fragen sind weiter offen: die Passage durch die Straße von Hormus und die Zukunft des iranischen Atomprogramms. Trump brachte mit Blick auf die iranischen Atomanlagen nun erneut eine militärische Option ins Spiel. Auch, wenn es der US-Präsident nicht offen aussprach, sind sich Militärexperten sicher: "Großer, fetter Schlag" bezieht sich auf GBU-57/B Massive Ordnance Penetrator – kurz MOP. Das sind bunkerbrechende Bomben, die nur die US-Luftwaffe besitzt. Die auf militärische Fragen spezialisierte Online-Plattform "The War Zone" (twz) notierte: "Ein direkter Schlag gegen die Tunneleingänge am Pickaxe Mountain – quasi 'direkt vor der Haustür' – wäre eine weitere Möglichkeit, den Zugang zur darin befindlichen Anlage zumindest vorübergehend zu behindern." Das Problem: Die Zahl der GBU-57 ist begrenzt, der derzeitige Bestand ist unklar. Schon im vergangenen Jahr setzte das US-Militär bei der Operation "Midnight Hammer" 14 MOP ein, zwölf in der Atomanlage Fordo, zwei in Natans. Die US-Luftwaffe hat eine Weiterentwicklung der bunkerbrechenden Bomben in Auftrag gegeben: Fachleute sprechen von GBU-76/B Next Generation Penetrator – kurz NGP. Doch sind diese noch nicht einsatzbereit. Loading... Loading... Loading... Empfohlener externer Inhalt Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen X -Inhalt anzuzeigen. 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Die Online-Plattform "twz" bilanziert die begrenzten Möglichkeiten aus der Luft: "Indem man Ausrüstung oder Personal angreift, das versucht, zu den eingestürzten Tunneln zu gelangen, ließe sich das Problem theoretisch auf unbestimmte Zeit verwalten'." Trumps undenkbare Alternative: Bodentruppen Das US-Institute for Science and International Security (ISIS) kommt in seiner Analyse zum Pickaxe Mountain zu einem anderen Schluss: "Das Gelände wäre in seinem derzeitigen Zustand eher für einen Angriff oder Sabotageakt durch Bodentruppen geeignet." Ex-US-Militär Joseph Votel sagte "twz": "Wir haben die Möglichkeiten, das zu tun." Er warnte aber auch: Die Operation wäre "groß" und "komplex". Neben dem militärischen Kalkül gibt es politische Implikationen. Im November sind Zwischenwahlen in den USA. Trumps MAGA-Basis sieht Auslandsmissionen kritisch, erst recht den Einsatz von Bodentruppen. Bilanz US-Präsident Donald Trump ist zurück im Kriegsmodus mit dem Iran. Doch bleibt eine große Frage offen: die nach den Kriegszielen des US-Präsidenten. Zunächst sprach Trump von "Regimewechsel". Laut "New York Times" und der israelischen Zeitung "Haaretz" gab es sogar Überlegungen, den früheren iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad als Führer im Iran zu installieren. Doch schlugen diese Pläne fehl. Spätestens seit die Führung in Teheran mit den USA verhandelt, fühlt sie sich international respektiert. Das Regime im Iran scheint stabilisiert. So braucht Trump einen Verhandlungserfolg. Ein militärischer Schlag am Pickaxe Mountain könnte nicht nur die Atomanlage – zumindest vorübergehend – blockieren, sondern auch die Führung im Iran zu Zugeständnissen bewegen. Paul Salem vom Center for Strategic and International Studies (CSIS) warnte schon nach dem Abschluss der Waffenstillstandsvereinbarung: "Ich bezweifle, dass die Iraner im Atomstreit irgendwelche bedeutenden Zugeständnisse machen werden. Ich glaube nicht, dass die USA da viel Druckmittel haben. Ich denke, das wird sich hinziehen." Verwendete Quellen twz.com: Trump’s Threat To Strike Iran’s Pickaxe Mountain Bunker’s "Front Door" Underscores Targeting Challenges (Englisch) isis-online.org: What to Know About Pickaxe Mountain (Englisch) csis.org: Damage to Iran’s Nuclear Program—Can It Rebuild? (Englisch) csis.org: Trump's Iran Deal: What Comes Next? | State of Play (Englisch) Quellen anzeigen Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... ShoppingAnzeigen Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading...

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