Iran beschießt Schiff, Straße von Hormus gesperrt - neue Angriffe der USA und Teheran
Das Militär habe bei den Angriffen rund 140 militärische Ziele getroffen, teilte das US-Zentralkommando mit. Zu den Zielen gehörten demnach Raketen- und Drohnenstellungen, Marineeinrichtungen, Munitionslager, Kommunikationsnetze und Küstenüberwachungsanlagen. Insgesamt habe Centcom während der drei Angriffswellen binnen einer Woche mehr als 300 Ziele getroffen. Damit solle die Fähigkeit des Iran geschwächt werden, zivile Seeleute und Handelsschiffe anzugreifen, die die Straße von Hormus durchquerten. Die Durchfahrt von Handelsschiffen durch diesen wichtigen internationalen Seeweg werde fortgesetzt, hieß es weiter. Iranische Medien wie der englischsprachige Sender Press TV berichteten über Explosionen in der Hafenstadt Buschehr und anderen Orten im Süden des Landes entlang des Persischen Golfs. Später wurden die Vereinigten Arabischen Emirate nach eigenen Angaben mit Raketen angegriffen. Die Luftabwehr sei im Einsatz, erklärte das Verteidigungsministerium der Emirate. In Bahrain ertönte Luftalarm. In Katars Hauptstadt Doha waren Explosionen zu hören, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Das Innenministerium von Katar teilte bei X mit, die Sicherheitslage sei ernst. Die Einwohner sollten zu Hause bleiben, nicht nach draußen gehen und sich von Fenstern und offenen Flächen fernhalten. Die Länder gelten als verbündet mit den USA. Die iranischen Revolutionsgarden haben sich mittlerweile zu den Angriffen auf US-Militärbasen in den Golfstaaten und Jordanien bekannt. Die Luftstreitkräfte hätten in einer ersten Phase „wichtige militärische Infrastruktur und Anlagen“ auf dem Luftwaffenstützpunkt Prince Hassan Air Base in Jordanien angegriffen, teilten die Revolutionsgarden auf Telegram mit. Die Revolutionsgarden behaupteten, mit mehreren ballistischen Raketen ein Kommando- und Kontrollzentrum sowie Hangars für MQ-9-Drohnen zerstört zu haben. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen. Der US-Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Katar sei mit ballistischen Raketen angegriffen worden. Dabei seien das Wartungszentrum für Kampfjets sowie die Kommandozentrale zerstört worden. Außerdem sei nach eigenen Angaben ein zweites Schiff in der Straße von Hormus außer Gefecht gesetzt worden. Als Grund für die Vergeltungsschläge nannten die Revolutionsgarden angebliche Versuche der USA, dem Oman „seinen Willen aufzuzwingen“. Unter anderem hätten die USA mehrere Schiffe zur „illegalen Durchfahrt durch die südliche Straße von Hormus“ angestiftet. Die sei durch die Reaktion der iranischen Marine verhindert worden. Zudem hätten die USA Ziele entlang der Südküste des Irans angegriffen. Die „fortgesetzte Aggression“ der USA werde zu „noch schärferen Reaktionen“ führen, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Eskalation folgt auf eine Woche zunehmender Spannungen und gescheiterter Vermittlungsbemühungen. Trump hatte am Freitag zwar erklärt, die Gespräche mit dem Iran würden fortgesetzt, zugleich aber den Waffenstillstand für beendet erklärt. Zuvor hatten hochrangige US-Vertreter den Iran öffentlich aufgefordert, die Angriffe auf Schiffe in der Meerenge einzustellen und alle Seewege offenzuhalten. Vermittler aus Katar und Pakistan sowie der Oman hatten sich um die Fortsetzung der Verhandlungen bemüht. Der iranische Außenminister Abbas Araktschi traf sich im Oman mit seinem Amtskollegen, um über Möglichkeiten einer sicheren Durchfahrt zu beraten. Oman als Vermittler Der Konflikt hatte sich zugespitzt, nachdem drei Tanker unter Beschuss geraten waren. Die USA griffen daraufhin iranische Ziele an, woraufhin der Iran mit Angriffen auf US-Militärstandorte in Golfstaaten reagierte. Der Oman vermittelt in dem Konflikt, der nach US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen auf den Iran am 28. Februar begann. Durch die Straße von Hormus wurde vor der Eskalation des Konflikts etwa ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert. Die Blockade durch den Iran hat die Energiepreise in die Höhe getrieben und die weltweite Inflation angeheizt. Einem Bericht des Senders CNN zufolge hatte der Oman einen Vorschlag unterbreitet, der eine freie Durchfahrt im südlichen Korridor in omanischen Gewässern vorsah.