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Iran greift US-Basen an - Soldaten berichten von Raketen und Drohnen

Welt

Angriffe auf US-Basen

"Als die Raketen kamen, rannten alle zu den Schutzbunkern"

Von t-online, ast

15.09.2026 - 12:53 UhrLesedauer: 3 Min.

Bei iranischen Angriffen auf US-Stützpunkte sind Soldaten in Bunkern eingeschlossen worden, andere haben trotz Raketenalarm weitergearbeitet. Nun schildert der Chef der US-Luftwaffe, was die Soldaten erlebt haben.

US-Luftwaffenchef Ken Wilsbach hat bei einer Konferenz nahe Washington von Soldaten berichtet, die er auf einer Reise in den Nahen Osten getroffen hatte. Sie schilderten ihm demnach, wie sie die ersten iranischen Raketen- und Drohnenangriffe nach dem Beginn der US-Militäroperation "Epic Fury" am 28. Februar erlebt hatten.

Wilsbach sagte laut dem US-Fachportal für Militär- und Sicherheitsthemen "TWZ": "Als die Raketen im Anflug waren, rannten die Soldaten zu den Schutzbunkern." Kurz darauf schlug nach Wilsbachs Angaben eine Rakete in der Nähe eines Hangars ein und ein dort abgestelltes Flugzeug geriet in Brand.

Die Druckwelle soll die Tür des Bunkers so schwer beschädigt haben, dass die Soldaten darin eingeschlossen waren. Während sich das Feuer ausbreitete, versuchte ein Angehöriger der Sicherungskräfte von außen, die Tür mit einer Brechstange zu öffnen. Dann löste der Schleudersitz des brennenden Flugzeugs aus, Trümmer flogen durch die Luft. Schließlich gelang es, die Tür zu öffnen und die Eingeschlossenen in Sicherheit zu bringen.

Techniker bleibt trotz Raketenalarm bei Kampfjets

Auch auf anderen Stützpunkten liefen die Einsätze während iranischer Angriffe weiter. Wilsbach berichtete von einem Techniker namens Garrett, der am zweiten Tag der Operation dabei war, vier F-15E-Kampfjets für ihren Einsatz vorzubereiten, als Raketenalarm ausgelöst wurde.

Während andere Soldaten Schutz suchten, schickte Garrett einen jüngeren Kollegen in den Bunker, blieb selbst jedoch bei den Maschinen. Erst als der letzte Kampfjet auf dem Weg zur Startbahn war, brachte er auch sich selbst in Sicherheit. Nach Wilsbachs Darstellung begründete Garrett seine Entscheidung später damit, dass die Flugzeuge für die Verteidigung seiner Kameraden gebraucht worden seien.

An einem anderen Stützpunkt mussten zwei junge Soldaten unterdessen einen Schwarm iranischer Drohnen abwehren. Die 27-jährige Shanae und der 21-jährige Nolan hätten die anfliegenden Flugkörper verfolgt und in einer Nacht mehr als zehn davon abgeschossen, berichtete der Luftwaffenchef. "Es gab Momente, in denen sie Angst hatten", sagte Wilsbach. "Aber Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Mut bedeutet, sie zu überwinden."

Für andere Soldaten endete ein Angriff zwar ohne Verletzungen, aber mit dem Verlust ihres Hab und Guts: Ein Luftwaffenangehöriger namens Peter war für Lufttransporte zuständig und bewegte mit seinem Team schwere Munition und Ausrüstung für Patriot-Flugabwehrsysteme. Nach einer langen Schicht fand er seine Unterkunft zerstört vor. Fast alles, was er aus den USA mitgebracht hatte, sei bei dem Angriff verloren gegangen. Peter habe darauf lediglich gesagt, sein Besitz könne ersetzt werden, "die Mission aber nicht", berichtete Wilsbach.

US-Luftwaffe zieht Konsequenzen aus den Angriffen

Mehr als 30.000 Angehörige der US-Luftwaffe waren Wilsbach zufolge an zwölf Standorten im Einsatz. Während 38 Tagen intensiver Kampfhandlungen griffen die US-Streitkräfte nach Angaben der Air Force mehr als 13.000 militärische Ziele an. Rund 500 Flugzeuge absolvierten insgesamt 10.000 Einsätze. Auf amerikanischen Stützpunkten wurde rund 1.200 Mal "Alarm Red" – also Alarmstufe Rot – wegen einer unmittelbar drohenden Gefahr ausgelöst. Zudem waren 48 Reparaturen an Flugplätzen nötig.

Wilsbach verband die Berichte der Soldaten mit einer grundsätzlichen Warnung. Amerikanische Luftwaffenstützpunkte könnten nicht länger als weitgehend geschützte Rückräume betrachtet werden. Die Angriffe im Iran-Krieg hätten gezeigt, dass auch die Basen selbst konsequenter gegen Raketen und Drohnen verteidigt werden müssten.

Die US-Luftwaffe beabsichtigt deshalb, ihre Abwehr auszubauen. Geplant ist ein neues System, das verschiedene militärische und technische Mittel zum Schutz einzelner Stützpunkte zusammenführen soll. Zudem entsteht ein eigener Tätigkeitsbereich für Soldaten, die auf diese sogenannte Punktverteidigung spezialisiert sind. Er soll nach Angaben der Air Force innerhalb von zwei Jahren einsatzbereit sein.

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