Iran-Krieg aktuell: Unklare Lage bei Straße von Hormus
Startseite Politik Iran-Krieg aktuell: Trump droht, Iran kontert – Wirrwarr um Straße von Hormus geht weiter Von: Felix Busjaeger Uns auf Google folgen Aktuelle Lage im Iran-Krieg im Überblick: Teheran blockiert die Hormus-Straße weiter und plant sogar eine Durchfahrtsgebühr. Trumps Drohungen verpuffen. Teheran/Washington, DC – Das Ringen im aktuellen Iran-Krieg geht weiter und im Mittelpunkt steht erneut die Straße von Hormus: US-Präsident Donald Trump sprach zuletzt davon, dass alle Minen geräumt seien. Doch aus Teheran kam umgehend der Konter: Der Iran beharrt auf seiner Blockade der Straße von Hormus und weist Trumps Kontrollansprüche zurück. Auf X erklärte die neue Behörde für die Meerenge (PGSA) unmissverständlich, dass die Straße von Hormus geschlossen bleibe, bis Teherans Bedingungen im aktuellen Konflikt erfüllt seien. Dazu zählen ein Ende aller US-Drohungen, die Aufhebung der Seeblockade iranischer Häfen, der Abzug amerikanischer Streitkräfte aus der Region sowie eine vollständige Entschädigung für Kriegsschäden. Parallel dazu begründet Teheran seinen Plan, künftig eine Durchfahrtsgebühr für die Meerenge zu erheben, mit Umweltschäden. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, schrieb auf X, die jahrzehntelange Verschmutzung des Persischen Golfs und des Golfs von Oman habe im Iran Schäden in Höhe von Billionen Dollar verursacht. Die Parteien, die vom Schiffsverkehr profitierten, hätten eine „rechtliche und moralische Verpflichtung“, zur Behebung der Umweltschäden beizutragen. Welche konkreten Umweltschutzmaßnahmen er dabei im Sinn hat, ließ Baghai offen. Iran-Krieg aktuell: Ringen um Straße von Hormus – Trump droht, Teheran kontert Um die iranischen Forderungen in der Straße von Hormus zu untermauern, verwies Baghai auf eine jüngste Ölverschmutzung entlang der Küste der iranischen Insel Qeschm. Vorläufigen Erkenntnissen zufolge sei ein ausländischer Frachter dafür verantwortlich. Genauere Angaben machte er nicht. Unterdessen wurde bekannt, dass Öl von einem vor der Küste Omans auf Grund gelaufenen Tanker, der Russlands sogenannter Schattenflotte zugerechnet wird, das Festland Omans erreicht hat. Mit Blick auf die aktuelle Lage im Iran-Krieg und in der Straße von Hormus warnt Greenpeace, dass die empfindlichen Ökosysteme der Region, darunter Korallenriffe, Mangrovenwälder und Seegraswiesen, durch Havarien massiv gefährdet seien. Zudem könnten Entsalzungsanlagen, auf die viele Golfstaaten für ihre Trinkwasserversorgung angewiesen sind, in Mitleidenschaft gezogen werden. Die USA lehnen eine Maut für die Meerenge vehement ab. Trump hatte den Iran zuletzt gewarnt, das Land werde „sehr hart“ getroffen, sollte die Straße von Hormus nicht bald geöffnet werden. „Sie gehört uns“, sagte er am Dienstagabend über die Meerenge und drohte, die Iraner würden „hinweggefegt“, sollten sie etwas unternehmen. Teheran konterte: Die wiederholten Behauptungen und Posts von US-Amtsträgern änderten „nichts an der Realität“. Aktuelle Lage im Iran-Krieg: US-Regierung um Trump steht wohl vor militärischer Ratlosigkeit Hinter Trumps scharfer Rhetorik wächst jedoch offenbar die militärische Ratlosigkeit, die unter anderem auf die ressourcenintensiven Monate im aktuellen Iran-Krieg zurückzuführen sind. Laut einem Reuters-Bericht, der sich auf zwei namentlich nicht genannte Insider beruft, sind die Bestände an Boden-Boden-Raketen vom Typ PrSM und Atacms erschöpft. Das Center for Strategic and International Studies schätzt, dass rund die Hälfte aller amerikanischen Thaad-Raketen verschossen wurden; bei Patriot-Flugabwehrraketen sollen es bereits etwa zwei Drittel sein. Auch die Zahl der Tomahawk-Marschflugkörper sei durch die Einsätze im aktuellen Iran-Krieg deutlich zurückgegangen. Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth dementierten entsprechende Berichte. Dennoch rief Hegseths Stellvertreter Steve Feinberg die Rüstungsindustrie auf, innerhalb von drei Wochen Pläne zur Steigerung der Munitionsproduktion vorzulegen. „Jahrelange Entwicklungszyklen“ seien dabei nicht akzeptabel. Kein Ausweg aus aktuellem Iran-Krieg: Trumps General warnt vor Folgen Der oberste US-Soldat, General Dan Caine, soll intern schon vor Kriegsbeginn vor genau diesem Szenario gewarnt haben. Bei einer öffentlichen Anhörung im Kongress Ende Juli sagte er: „Die Luftmacht hat ihre Grenzen.“ Laut CNN soll er Trump verdeutlicht haben, dass seine Ziele mit US-Luftstreitkräften allein nicht erreichbar seien. Inzwischen setzt er sich laut Medienberichten dafür ein, dass die USA einen Ausweg aus dem Iran-Krieg finden. Das Pentagon hat derweil sein Regionalkommando Centcom aufgefordert, „kreative Lösungen“ im Krieg gegen den Iran zu finden. Wie lange die Wiederauffüllung der Munitionsbestände dauern könnte, macht das Ausmaß des Problems deutlich: Das Center for Strategic and International Studies geht davon aus, dass die Patriot-Bestände frühestens Mitte 2029, die Thaad-Bestände Ende 2029 und die Tomahawk-Marschflugkörper frühestens Ende 2030 wieder auf Vorkriegsniveau sein könnten. Vor dem Ende Februar von den USA und Israel begonnenen Krieg mit dem Iran verlief die Schifffahrt durch die Straße von Hormus weitgehend ungestört. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wurde durch die Meerenge transportiert, ebenso bedeutende Mengen an Flüssiggas und Dünger. Nach Kriegsbeginn brachte der Iran den Schiffsverkehr mit Drohungen und Angriffen fast zum Erliegen; die Weltmarktpreise für Öl und Gas stiegen sprunghaft an. (Quellen: dpa, t-online, CNN, Reuters, AFP) (fbu)